Florence & The Machine

Lungs

Veröffentlicht: 10.07.2009 / Universal / Island Records

Von: Jessica Walther

Florence & The Machine

Im Januar zierte sie bereits den Titel des berühmt-berüchtigten NME, bei den Brit Award's bekam sie den Critics Choice Award und die BBC wählte sie in ihrer jährlichen ‘Sound of‘-Wahl auf Platz drei. Das alles, ohne dass Florence & The Machine ein Album veröffentlicht hat. Mit den neuen Synthie-Sirenen La Roux und Little Boots, die im übrigen auch auf der BBC Wahlliste auftauchen, bilden die drei Grazien die neue Welle an britischen Pop-Gören, die die Charts und Dancefloors erobern wollen.

Florence Welch, auch liebevoll “Flossie“ genannt, hat sich bereits im Vorfeld der Albumveröffentlichung mit verrückten Liveshows und nicht zuletzt der Single “Kiss With A Fist“, auch bekannt als der Song aus der Vodafone Werbung, einen Namen gemacht. Das präraffaelitisch anmutende Cover mit modernen Akzenten, wie der Lunge zum Umhängen, ist  so exzentrisch wie ihre Bühnenauftritte. Bei denen sie als durchgeknallte dunkle Fee auf der Bühne wütet.

Musikalisch bewegt sie sich mit ihrer “Machine“ zwischen The White Stripes, PJ Harvey, Roisin Murphy und Massive Attack. Also bisweilen rumpelig bis bombastisch, sphärisch und mit böllernden Beats. Oder alles zusammen wie auf “Rabbit Heart (Raise It Up)“. Das dunkle, entrückte ist ihr Metier, gern auch mit Tiermetaphern (“Dog Days Are Over“). Die Intensität ihrer Songs lässt sich plausibel erklären. Sie schreibe die besten Songs, wenn sie betrunken sei, so Florence Welch. Alles klar! Dann sind die Lichter ja auch am grellsten.

Wenn vielleicht auch nicht ganz so irre wie Björk, so ist die gute Florence aber doch zumindest ein wenig irre. Mindestens. Man führe sich nur die Zutatenliste für ihr Debüt zu Gemüte: Harfen, Liebe, Tod, Löwen, Erbrochenes, Glasscherben, sind nur einige der Zutaten, die sie zu “Lungs“ vermengte.

Eigentlich will man das alles gar nicht mögen. Zu sehr will Florence & The Machine das nächste “große Ding“ sein. Viel zu viel wurde geschrieben. Sie wurden gehypt und gehasst. Aber sie überzeugt. Mit ihrer kraftvollen Stimme und den cleveren musikalischen Arrangements zieht sie einem einfach den Boden unter den Füßen weg. Da steht man dann am besten schnell wieder auf, um mitzappeln zu können.

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