Foals

Total Life Forever

Veröffentlicht: 07.05.2010 / Warner Music

Von: Andreas Weist

Foals

In der griechischen Heimat tobt das Chaos, doch die Indie-Rocker um Yannis Philippakis lassen sich davon nicht unterkriegen und legen mit "Total Life Forever" nach dem umjubelten "Antidotes" ihr mit Spannung erwartetes Zweitwerk vor. In Oxford ist Yannis weit weg von den Problemen seiner Heimat – lassen wir also fortan jegliche Seitenhiebe in diese Richtung.

Der Sound des Erstlings war innovativ und experimentell. So lud die Mischung aus 80er New Wave und Synthiesounds gepaart mit eingängigen Pop-Elementen zu einer Klangreise ein, die sich nicht auf einzelne Songs beschränkte sondern das Album als großes Ganzes wirken ließ. Dieses Kunststück gelingt der Band erneut. Sie legen sogar noch eine Schippe drauf und versuchen sich in ganz neuen Soundgemälden und Tüfteleien. Sicher hat der Erfolg der Fleet Foxes Pate gestanden, wenn harmonischen Chorpassagen erklingen oder einigermaßen folkige Klänge Einzug in die Welt der Foals halten.

Ein Song wie "Spanish Sahara" nimmt dabei nahezu epische Ausmaße an und lädt zu einer Traumreise ein, die psychedelischen Elementen im Stil der frühen Pink Floyd Raum gibt und den Progressive Rock in ganz neue Dimensionen führt. Psychedelic und Folk – kann das überhaupt funktionieren? Das haben immerhin schon Jethro Tull in Ansätzen vorgemacht und so führen die Foals nur eine Tradition fort, die ein farbenfrohes Instrumentarium mit sich bringt.

Wie zu guten alten Vinyl-Zeiten teilen die Foals das Werk in zwei Seiten auf. Der erste Teil startet mit "Blue Blood" noch verhalten und mit sanften Gitarrenklängen die sich bis zum fulminanten "Black Gold" steigern. Part 2 legt wie das Vorgängerwerk großen Wert auf ein rhythmisches Klangkonzept und bringt mit dem melancholischen "Afterglow" und den Eskapaden von "2 Trees" wahre Meisterwerke hervor. Die polyphonen Klänge von "What Remains" sorgen schließlich für einen überwältigenden Schlussakzent.

Zwischen Indierock und Britpop übertreffen sich die Foals mit ihrem zweiten Album selbst und toppen die Erwartungen bei weitem. Der Aha-Effekt von "Antidotes" ist vielleicht verrauscht, doch man darf sich darin sonnen, dass die Ideen nicht ausgehen und auch mal tanzbare Chartbreaker wie "Black Gold" möglich sind.

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