Heartbeats

Hinter GRUM verbirgt sich der erst 24-jährige Schotte Graeme Shepherd, der mit "Heartbeats" nun sein Erstlingswerk vorstellt. In der britischen Fachpresse (unter anderem Mixmag, Mojo, Uncut) wird der Synth Pop des Mannes aus Edinburgh zur Zeit als "the next big thing" abgefeiert, nachdem sich dieser zunächst durch Remixaufträge für Late Of The Pier, Passion Pit, Friendly Fires, Goldfrapp und sogar Lady Gagas "Bad Romance" erste Lorbeeren verdienen konnte.
Die Mischung aus French Filter House, Achtziger New Wave und Italo Disco lässt schnell erkennen, welch musikalische Sozialisation Shepherd widerfahren ist. An erster Stelle sind hier Human League und Daft Punk zu nennen, deren Alben "Dare" (1981) bzw. "Discovery" (2001) nach eigener Aussage bis heute zu seinen "all time favourites" zählen und nachhaltig inspiriert haben dürften.
Besonders der Opener "Through The Night" und "Power" werden den Geschmack der Leute treffen, die bei Justice und dem Rest der Ed Banger-Posse den Dancefloor stürmen. Aber auch der titelgebende Track "Heartbeats" verfügt über Ohrwurmqualitäten, ebenso das treibende und von einer galoppierenden Bassline getragene Instrumental "Runaway". Lediglich "Turn It Up" fällt etwas ab, da es mit seinem 80er-Jahre-Beat und Madonna-ähnlicher Stimme an längst verdrängte Phasen erinnert und im Gesamtbild der zwölf Nummern doch recht deplatziert wirkt.
Alles in allem aber ein gelungenes Debüt, das sowohl im Club als auch in der Strandbar bestens funktionieren sollte und zudem äusserst radiokompatibel ist, nicht zuletzt auch wegen der dort airplay-freundlichen durchschnittlich vier -bis maximal fünfminütigen Laufzeiten pro Track.
Momentan tourt GRUM nach sehr erfolgreichen Gastspielen in den USA quer durch Europa und spielt im September sogar auf dem australischen Parklife Festival neben Größen wie Groove Armada, Soulwax und Missy Elliott.