Helloween

7 Sinners

Veröffentlicht: 29.10.2010 / Columbia / Sony Music

Von: Andreas Weist

Helloween

Im Zuge ihrer "unbewaffneten" Best-Of-Zusammenstellung zum 25jährigen musste ich schimpfen. Die orchestralen und akustischen Versionen der Klassiker klangen zum Teil ganz erfrischend, zum Teil aber auch uninspiriert und sehr gewollt nach dem Motto "Wir müssen mal was ganz anderes machen". Das haben die Hamburger Metaller um Andi Deris nun getan, Haken dran und auf zu neuen Taten.

"7 Sinners" heißt das neue Werk und bringt endlich wieder Geschwindigkeit und Härte ins Bandgefüge zurück. Mindestens so solide wie beim 2007er "Gambling For The Devil". Das dreizehnte Studioalbum startet mit dem etwas behäbigen Opener und Quasi-Titeltrack "Where The Sinners Go". Im Live-Konzert dürfte dies Andi die Möglichkeit geben, sich stimmlich einzugrooven und den Gitarrenriffs nach und nach mehr Raum zu geben. So endet das Stück auch in einer Paradevorstellung aus Soloeinlagen und vokalen Hochflügen.

"Are You Metal" bringt als Gimmick einige orchestrale Einsprengsel und Orgeltöne mit sich, funktioniert aber als ordentliche Speedhymne und ist wie geschaffen für die Liveumsetzung im Dialog mit dem Publikum. Manchen dürfte diese umfassende Selbstbeweihräucherung zu aufgesetzt erscheinen – trotzdem ist es ein genialer Song, der schnell ins Ohr geht. In diese Kerbe schlagen auch "Who Is Mr. Madman?" mit melodischem Refrain und "Long Live The King" als Speedmetal-Orgie. Deris zeigt mal wieder, dass er als Sänger über alle Zweifel erhaben ist.

Das Album hat natürlich nicht nur Highlights zu bieten. "The Smile Of The Sun" startet als feine Ballade, wirkt aber auf Dauer zu sehr im modernen Gothic Pop verhaftet – und auch die einschmeichelnden Vocals wollen nicht so ganz zum restlichen Album passen. "You Stupid Mankind" erinnert stark an die momentan kursierende Rockmusical-Invasion und würde eventuell einem gusseisernen Konzeptalbum ganz gut zu Gesicht stehen. Und bei "If A Mountain Could Talk" verlässt man sich zu sehr auf hymnische Keyboard-Dudeleien.

Kopfnicker kommen dann mit "The Sage, The Fool, The Sinner" und "My Sacrifice" wieder auf ihre Kosten. Ein episches Highlight wurde aber für den Schluss aufgespart: "Far In The Future" hat nicht nur kritische Textpassagen und Überlänge, sondern auch einen vielschichtigen Songaufbau zu bieten. Beginnend mit dem getragenen Intro "Not Yet Today" geht es ab in ein Metal-Opus, klangliche Auswüchse und spannende Tempowechsel en masse. "King Of A Thousand Years" lässt grüßen.

Im Großen und Ganzen bleibt zu bemerken, dass die Band auch nach 26 Jahren stets zu neuen Heldentaten fähig ist und mal wieder ein Album vorlegt, dass die Szene aufhorchen lassen wird. Straight und mit Seele – die Welttournee darf kommen.

Twitter

Amazon, Musicload, Napster & AOL-Download

Amazon.de Musicload

Mehr zum Thema:

Musicheadquarter Twitter RSS Feed abonieren! Musicheadquarter bei Facebook
Tickets Night Of The Prog Festival
Digg Reddit Del.icio.us Facebook Twitter Google Yahoo! MyWeb Furl" BlinkList Technorati Mixx Windows Live MySpace Mister Wong
Eagles Tickets bei www.eventim.de