Helloween

Gambling With The Devil

Veröffentlicht: 26.10.2007 / Steamhammer / SPV

Von: Andreas Weist

Helloween

Nach Beendigung der Keeper-Trilogie und der darauf folgenden erfolgreichen Welttournee haben sich die Mannen aus Hamburg nur zwei Jahre Zeit genommen, um ihr 12.Studioalbum auf den Markt zu schmeißen. Um es direkt auf den Punkt zu bringen: es hat sich gelohnt. Der Schwung und die Spielfreude von 93 Konzerten in 34 Ländern konnten auf den neuen Longplayer mitgenommen werden und machen es zu einem ihrer reifsten und vitalsten Alben der letzten Jahre.

Ein witziges Intro ist Stil eines alten Jahrmarktes (mir kommt spontan der Film „Freaks“ in den Kopf) eröffnet das Album und leitet in das erste Power-Stück „Kill It“ über. Helloween, so wie wir sie mögen. Schnell, hart, mit viel Gitarre und ausdrucksstarkem Schlagzeug. Noch besser wird es mit „The Saints“, einer Metalhymne in Reinkultur. Andi Deris in Hochform. Und er macht wieder einmal deutlich, was für ein Glücksgriff er für die Band war. Interessant wird sicher die kommende Tour, auf der Gamma Ray mit Kai Hansen den Support geben werden. Es wird Interessant sein, zu beobachten, wie sich zwei Ausnahmesänger nichts schenken.

„As Long As I Fall“ kommt überraschend melodisch mit auffälliger Piano-Linie und interessanten, geheimnisvoll-düsteren Passagen daher. „Paint A New World“ legt aber wieder mit ordentlicher Grundgeschwindigkeit los und lässt sich vom dominanten Schlagwerk treiben. Sehr gut gefällt mir der melodische Aufbau von „Final Fortune“, der von harten Gitarrenriffs aufgefangen wird und diese im Verlauf des Songs den Keyboardläufen gegenüberstellt.

Bevor man Luft holen kann, folgt ein dreiteiliger epischer Track, der nach hübschen Glockenspiel-Tönen mit dem harten „The Bell Of The 7 Hells“ beginnt, in das orchestrale „Fallen To Pieces“ überführt, um mit dem ein wenig hingerotzten „I.M.E.“ zu enden, bei dem man das Gefühl hat, den Jungs sei genau wie dem Zuhörer zum Ende hin die Puste ausgegangen.

Als Entschädigung folgt mit „Can Do It“ eine schnelle melodische Hymne im Manowar-Stil, bevor „Dreambound“ mit enthusiastisch ausufernden Gitarrensoli das Finale einläutet. Der Abschluss „Heaven Tells No Lies“ führt Deris’ Ausnahmestimme in ganz neue Sphären (hat hier jemand Queen gerufen?) und kommt mit sehr eingängiger Melodieführung daher. Ein grandioser Abschluss.

In fast einstündiger Länge zelebrieren Helloween mal wieder Metal vom Feinsten, der hervorragend arrangiert und perfekt produziert ist. Es gibt keine Rückkehr zur Ausnahmeband der 80er – dafür reicht es nicht ganz, oder die Zeit ist einfach vorbei – aber es wird solider Metal geboten, so wie die Fans in hören wollen. Auf die Tour im Double mit Gamma Ray darf man nur gespannt sein.

Die deutschen Daten:

1.12. Lichtenfels, Stadthalle
2.12. Bremen, Aladin
21.12. Langen, Stadthalle
22.12. Kaufbeuren, All-Kart-Halle
11.1. Tuttlingen, Alte Festhalle
12.1. Karlsruhe, Europahalle
13.1. Oberhausen, Turbinenhalle

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