A Way Away

Und mal wieder Skandinavien. Sehr hübsche Frauen gibt’s da, wenn ich mir das Cover des fünften Indica-Albums anschaue: die Band aus Finnland erfreut viele Sinne. Mystik-Romantik-Pop nennt sich der Musikstil hochtrabend. So verwundert es auch nicht, dass man den internationalen Bekanntheitsgrad als Vorband von Nightwish steigerte. Tuomas Holopainen, der Kopf von Nightwish, der als ihr Entdecker und Förderer gilt, sagte über sie: "Indica haben so viele Gesichter – ihr werdet ein Leben lang fasziniert sein!"
2001 waren es zwei Klassenkameradinnen – Jonsu (Gesang, Violine, Gitarre, Keyboards) und Heini (Bass, Gitarre) –, die gemeinsam in einem Streichorchester für Kinder gespielt hatten und die Band gründeten. Wenig später trafen Sirkku (Keyboards, Klarinette, Klavier), Jenny (Gitarre) und Laura (Schlagzeug, Percussion) dazu und vervollständigten das Quintett, das bis heute Bestand hat. Der Gesang erfolgte zunächst ausschließlich mit finnischen Vocals, doch der Erfolg über die Landesgrenzen hinweg verlangte nun nach einem englischsprachigen Album. "A Way Away" beinhaltet Re-Interpretationen bereits erschienener Songs. Zu der Neuauflage sagte Jonsu 2009 im MHQ-Interview: "Ich konnte mich glücklich schätzen, dass ich Hilfe bei einem kanadischen Poeten gefunden habe. Er versteht meine Arbeit und weiß wonach ich suche. [...] Der Prozess war sehr lange und schwer. Es bedeutete stundenlang jemandem all meine Wortspiele, die ich finnisch einbaue, zu erklären. Stunden voller Frustration auf beiden Seiten. Stunden verbrachten wir damit die Papierkörbe mit A4 Blättern voll verworfener Texte [zu füllen]. Es war echt hart, aber es hat sich gelohnt." (HIER in voller Länge nachzulesen.)
Das Ergebnis ist ein bezauberndes Album mit viel Tiefgang. Die Werbung geht ein wenig auf die Twilight-Schiene und gibt der Musik einen düsteren Touch, doch das sagt in meinen Augen zu wenig aus. Indica machen breit gefächerte Musik, die vom Pop bis in den melodiösen Metal reicht und stets durch die Verwendung spannender, meist klassischer Instrumente besticht. Das kann auch mal ausufern wie beim Schlusstrack des Albums "Eerie Eden", doch ich empfinde Bombast und Pathos an keiner Stelle als peinlich. Songs wie "Scissor, Paper, Rock" und "Islands Of Light" bedienen zudem die Folkrock-Schiene. Am stärksten berühren mich die Balladen "Lilja’s Lament" und "A Way Away". Jonsus Stimme mag manchmal etwas piepsig klingen – hier allerdings zeigt sie, welches Volumen dahinter steckt.
Mir liegt bisher nur die Promoversion des Albums vor, es gibt jedoch diverse Ausgaben mit Bonus-DVD, Bonustracks, Deluxe Digipack, Hardcover-Buch usw. Selbst Vinyl-Enthusiasten werden versorgt. Eine Tour steht ab Oktober an:
23.10.10 - Flensburg, Roxy
24.10.10 - Hamburg, Knust
25.10.10 - Berlin, Comet Club
27.10.10 - Dresden, Beatpol
28.10.10 - Herford, X
31.10.10 - Bochum, Zeche
01.11.10 - Köln, Werkstatt
02.11.10 - Stuttgart, Röhre
03.11.10 - Aschaffenburg, Colos-Saal
05.11.10 - Glauchau, Alte Spinnerei
06.11.10 - Kempten, Kultbox
07.11.10 - München, Backstage