Songs For You, Truths For Me (Deluxe Edition, 2 CD)

Mit "Broken Strings" landete der junge Brite Anfang 2009 einen Radiohit, bei dem ihm Nelly Furtado hilfreich zur Seite stand. Das war nicht die einzige prominente Unterstützung, die James Morrison in den letzten Monaten bekam. Gary Barlow (Take That) schrieb mit ihm den Track "Save Yourself", Ryan Tedder (One Republic) trug sein Knowhow bei und die Aufnahmen entstanden letztlich in Peter Gabriels Real World Studios. Für Jason Mraz‘ aktuellen Longplayer wirkte Morrison schließlich bei "Details In The Fabric" mit. Die geknüpften Seilschaften im Umkreis des zweiten Albums sind also durchaus ansehnlich.
Macht es aber Sinn, dass aktuelle Werk 13 Monate nach Erscheinen neu aufzulegen und eventuell treue Fans zu vergrätzen, da man sie zu einem Zweitkauf veranlasst? Es macht. Denn die Acoustic Disc mit Namen "The Basement Sessions" macht schon einen deutlichen Mehrwert aus und erfreut die festlich gestimmten Ohren. Bleiben wir aber zunächst beim Album in der neuen Version: Die Tracklist wurde in der Reihenfolge leicht geändert und um zwei Songs erweitert. Was bleibt sind Morrisons wundervoll melancholische, rauchige Stimme mit viel Seele, der peppige Gitarrensound und geschickt eingestreute orchestrale Arrangements ohne übertriebene Selbstbeweihräucherung. Songs wie "The Only Night", "Nothing Ever Hurt Like You" und vor allem "Please Don’t Stop The Rain" setzen sich fest und lassen den geneigten Hörer so schnell nicht wieder los.
Die beiden neuen Stücke heißen "Get To You" sowie "On The Same Side" und fügen sich perfekt in das Albumkonzept ein. "Ich wollte, dass meine Fans sie sehr bald hören würden. Sie sollten nicht erst warten, bis mein drittes Studioalbum fertig ist”, sagt Morrison dazu. So wird "Get To You" auch am 18.12. als neue Single ausgekoppelt.
Herz- und Sahnestück der Deluxe Edition ist aber der zweite Silberling, welcher in sechs Tracks die Lieblingssongs Morrisons aus den beiden Alben vereint, die er hier in einer intimen Akustiksession neu eingespielt hat. Sehr intensiv, sehr sanft, sehr persönlich. Schön, dass wir daran teilhaben dürfen. Mein persönliches Highlight ist die äußerst ungewöhnliche Interpretation des Jackson-Covers "Man In The Mirror". Morrison gibt diesem Song, der für mich zum Besten gehört, was der King of Pop mit Quincy Jones produziert hat, einen ganz eigenen Charakter und erweckt ihn im Gedenken an Michael Jackson zu neuem Leben. Großes Kino!