J.B.O.

I DonÂ’t Like Metal (I Love It)

Veröffentlicht: 14.08.2009 / Megapress / Soulfood

Von: Andreas Weist

J.B.O.

Gehen den Burschen eigentlich nie die Ideen aus? Die Fun-Metaller aus Erlangen legen mit "I Don’t Like Metal (I Love It)" bereits ihr achtes Studioalbum vor und strotzen mal wieder vor Ideen, die einerseits ein breites musikalisches Spektrum mit Comedy-Elementen ad absurdum führen, andererseits aber auch gerade den parodierten musikalischen Bereichen Ehrerbietung zollen. Wie das funktioniert, weiß jeder, der schon mal ein Album des skandalumwitterten Orchesters gehört hat.

Gestartet wird standesgemäß mit harten Gitarrenriffs und den bekannten Tönen von 10CCs "Dreadlock Holiday". Die Lyrics erzählen die Geschichte eines biederen Büromenschen, der in seiner Freizeit Heavy Metal hört. "Beurteil mich nicht nach dem Job, den ich mach – auch ein Beamter am Schreibtisch hat Freude am Krach." Sehr schön. Dann wird die Dancefloor-Hymne "D.I.S.C.O. " von Ottawan kurzerhand in "M.E.T.A.L. " umgedeutet, was nun mit Attributen wie musikalisch, energetisch und tätowiert buchstabiert wird und in ein geniales Gitarrensolo mündet. So macht auch der langatmige Tanzkracher plötzlich Spaß. Es gelingt J.B.O. auf ihre Art, Metal und Party zu verbinden. Das können sie aus dem Effeff – und mehr sollte man dann auch nicht erwarten.

Pünktlich zur Bundestagswahl wird Falcos Skandalhymne "Jeanny" in "Angie" umfunktioniert. Der Text lehnt sich am Original an und gipfelt in einem hysterisch gebrüllten "sie werden dich nicht mehr wählen – niemand wird dich wählen". Zum politischen Thema passt dann auch "Der Ossi sucht  das Glück". Eine Plattitüde, die jeder, der die Zeichentrickserie "Herr Rossi sucht das Glück" kennt, irgendwann mal gebraucht hat. Der Sommerhit "Vamos A La Playa" von (wer kennt sie noch?) Righeira wartet mit dem Mundartstück "Geh mer halt zu Slayer" auf und Danzigs "Mother" wird in "Glenn Leipzig: Mudder" versächselt. So zieht sich das Ost-West-Thema wie ein roter Faden durch die Tracks, was manchem Verfechter politischer Korrektheit nicht gefallen dürfte. Doch diesen Anspruch wollten J.B.O. noch nie erfüllen. Zwischendurch philosophieren Hannes und Veit noch ein wenig durch die Weltgeschichte, was beim ersten Anhören ganz witzig ist, schon beim zweiten Durchlauf aber gewaltig nervt.

Auch einige Eigenkompositionen haben sich auf den Longplayer verirrt. Hier werden die Texte nicht unbedingt sinniger, doch auch die Tatsache, dass Frauen nur "Das Eine" wollen (nämlich Pickel ausdrücken), und der Metalkracher "Hitler hatte keinen Sex" fügen sich gut in das Gesamtbild ein. J.B.O. setzen auf bewährte Songstrukturen und pure Unterhaltung. Das Niveau sinkt bisweilen bis knapp über die Gürtellinie, aber nie darunter. Seit 20 Jahren machen die Jungs die Welt des Rock’n‘Roll ein Stück bunter – und das auf eine überaus sympathische Art und Weise.

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