Killeralbum

Das neue Album der Fun-Metaller trägt den Titel "Killeralbum" und das Cover wird in bester Iron-Maiden-Manier geziert von einem Maskottchen und Covermodel namens "Ingrid". Endlich bekommt Eddie die ihm schon lange zustehende Gefährtin. Bleibt zu hoffen, dass die beiden sich auch einmal auf der Bühne begegnen.
Das mittlerweile neunte Album der Band aus Erlangen bietet alles, was J.B.O. ausmacht und womit sie sich eine treue Fangemeinde erspielt haben. Nach dem Best-Of-Werk "2000 Jahre J.B.O." sind endlich wieder 16 neue Songs zu hören, die wie stets die ganze Bandbreite bieten. Da hört man "Dr. Met" zu harten Metalriffs, aber so schlagermäßig eingesungen, dass man sich auch Guildo Horn am Mikro vorstellen könnte. An den Instrumenten zeigt das Orchester seine ganze Klasse – nichts ist so lala eingespielt. Und auch wenn textlich der "Killer" seine Opfer killert (also kitzelt) anstatt sie zu töten, dann steckt da musikalisch ein anspruchsvoller Metalsong dahinter.
"Dadadidadadadei" ist eine hübsche Ballade mit nachdenklichem Text zum Weltgeschehen und der spaßigen Anmerkung, dass "der Bundeskanzler in der Freizeit Frauenkleider trägt". Das funktioniert als kabarettistische Einlage mit teils bitterbösen Lyrics. Dann folgt "Drei Akkorde sind einer zu viel" – auch eine hübsche Idee, mit der die Band sich selbst auf die Schippe nimmt. Man kann vielleicht nicht über jeden Scherz lachen, doch die Mannen aus dem bayrischen Norden bringen ihre Parodien und den musikalischen Slapstick so sympathisch an den Zuhörer, dass man letztlich immer ein Schmunzeln auf den Lippen hat.
Zwischen den Songs hören wir wie gewohnt einige gesprochene Scherze, aber es bleibt im Rahmen. Vito C. und Hannes Holzmann funktionieren in ihren Dialogen halt live am besten. Dennoch finden sich einige Zoten – aber spannenderweise sind diesmal tatsächlich nur drei entstellte Coversongs auf dem Album. Es soll wohl daran liegen, dass acht weitere Versuche nicht die erforderliche Genehmigung bekamen. "Jenseits von Schweden" hat zu Nino de Angelos One-Hit-Wonder sicher jeder schon mal gegrölt. Doch J.B.O. sind meines Wissens die ersten, die diese Idee auch auf CD pressen. Und dann gibt es zum Abschluss eine besondere Version von Laserkrafts "Nein, Mann", bei der die Protagonisten natürlich nicht unbedingt weiter tanzen, aber auf jeden Fall weiter saufen wollen. Als weibliche Verführerin ist übrigens Doro Pesch zu hören. Es bleibt also alles in der Metal-Familie.
Metalfans, die sich selbst nicht so bierernst nehmen, kommen an J.B.O. und ihrem neuen "Killeralbum" nicht vorbei. Das ist seit 22 Jahren so und wird vermutlich noch lange so bleiben. Hier gibt es den Youtube-Teaser: