Johannes Oerding

Erste Wahl

Veröffentlicht: 06.02.2009 / Flash Records / Soulfood Music

Von: Jessica Lehmann

Johannes Oerding

Was liegt näher, als ein Umzug nach Hamburg, wenn man in der deutschsprachigen Musikszene ein anerkannter Singer/Songwriter werden möchte? Genau das dachte sich wahrscheinlich auch Johannes Oerding, gebürtiger Rheinländer und Wahl-Hamburger, der nun sein erstes Album „Erste Wahl“ in die Welt trägt.

Zuerst noch als Hobby abgetan, widmet er sein Leben jetzt der Musik und so zeichnet jeder Song auf der Scheibe ein Kapitel seines Lebens. Klingt irgendwie alles sehr melodramatisch und das ist es auch. Oerdings Songs tragen Titel wie „Wenn es einen Gott gibt“, „Lass mich allein“ oder „Lass mich los“. Das Labelinfo liest sich wie ein Antrag auf Herzensgüte, Spenden oder Hilfsaktionen, damit der sensible Johannes Oerding auch gehört und erhört wird.

Auch musikalisch greift der junge Mann zunächst recht tief in die Trief-Kiste. „Soul“ nennen es vielleicht einige, an „zucker-süß“ vorbeigerauscht, möchte ich es nennen. Erinnert sich noch wer an den Jüngling mit der überdimensionalen Zahnspange, der den Namen „Marlon“ trägt, und einst mit Nena und Co. ein Lied veröffentlicht hat? Wenn dem tatsächlich so sein sollte, dann möchte ich eben diesen Marlon als Referenz anbringen; nicht unbedingt ein Kompliment, lieber Herr Oerding.

Ein paar wenige Lichtblicke erreichen uns in Form von Â„Die Tage werden anders“, in dem uns ein paar weitaus poppigere Melodien erreichen. Leider ändern sich laut Oerding zwar die Tage, aber nicht das Rumgesülze auf diesem Tonträger. Schade eigentlich, ein bisschen weniger Herzschmerz, dafür ein bisschen mehr wahres Herzblut, und aus dem Mann könnte echt noch was werden.

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