Mavericks

Das schwedische Rock-Duo Johnossi kommt mit seinem dritten Studioalbum "Mavericks" nicht an die beiden guten Vorgänger heran. So sieht leider das Fazit aus, nachdem die zehn vertretenen Tracks an einem vorbeihuschen, man wechselweise an Men At Work, U2, Cindy Lauper oder Ozzy Osbourne denken muss, und nicht wirklich klar wird, was uns John Engelbert und Oskar "Ossi" Bonde hier verkaufen möchten. Zitate aus dem Rocklexikon (z.B. "Dead End") ersetzen anarchische Kracher der Vergangenheit (z.B. "Man Must Dance" vom selbst betitelten Debüt).
Dabei fängt mit dem Titelsong "Mavericks" alles noch ziemlich verheißungsvoll an. Spannend steigert sich der Track, bis Johnossi mit viel zu breitbeinigen Brachialgitarren alle Subtilität kaputt machen, die man sich bis zu diesem Zeitpunkt hart erkämpft hat. Den Berg geht es mit ein paar Ausnahmen (z.B. das an zurückliegende Großtaten erinnernde "Worried Ground") dann Schnurstraks runter. Generischer Rock, der keinem wehtut und der sich oft im mittlerweile viel zu dicken Sound verfängt (z.B. "Houses").
Leider lassen Johnossi dem in den letzten Jahren speziell durch John McCain geprägten Begriff des kämpferischen Einzelgängers (Maverick) keine Taten folgen. Wie der zu Sarah Palins Sidekick verkommene ehemalige US-Präsidentschaftskandidat – der momentan ernsthaft behauptet sich selbst nie als Maverick bezeichnet zu haben – schippern John und „Ossi" mit ihren zehn neuen Songs in massentauglicheres Konsenswasser. Alles um irgendetwas Unerklärliches zu retten, das einer Rettung gar nicht bedurft hätte. Neue Anhänger wird das kaum bringen, aber beim Halten der momentanen Gefolgschaft kann das ungemein hilfreich sein. Der Name ist gemacht, jetzt wird’s wohl von Album zu Album langweiliger. Die kommenden Deutschlandkonzerte sind trotzdem (oder vielleicht auch gerade deshalb) schon fast alle ausverkauft.