The Chosen Few

Judas Priest waren Zeit ihres Bestehens eine Band, die neue Wege einschlug. Mit "British Steel" gelten sie als Wegbereiter der New Wave of British Heavy Metal, auf "Turbo" (1986) verwendeten sie Gitarrensynthesizer und verstörten viele Fans. Nach dem starken "Painkiller"-Album erfolgten die überraschende Trennung, eine Pause bis 1997 und die Wiederkehr mit dem neuen Fronter Tim Owens. Seit 2004 aber ist Rob Halford wieder am Start und bescherte der Band aktuell ein geniales Werk wie "Nostradamus".
Die vorliegende Best-of-Collection allerdings ist eine reine Reise in die Vergangenheit. Tracks aus der Zeit von 1977 ("Diamonds And Rust") bis 1990 ("Painkiller") finden sich hier. Der Titel "The Chosen Few" erklärt sich so: Berühmte Wegbegleiter der Szene sind quasi Paten eines Songs und erklären, warum sie gerade diesen Track ausgewählt haben. Geoff Tate benennt "Dissident Aggressor" als ersten Priest-Song, den er je gecovert hat, Lars Ulrich bezeichnet "Beyond The Realms Of Death" als Blaupause der epischen Rockballaden und Ozzy bekennt seine Faszination für "The Ripper".
"The Chosen Few" ist im Prinzip ein Sampler mit Priest-Klassikern wie jeder andere. Leider begrenzt auf die großen Jahrzehnte der Band und damit ein Fest für Fans der 70er und 80er Jahre – bis hin zu den wichtigen Alben "Turbo" und "Painkiller". Die Idee, dass große Genre-Namen ihren Bezug zu den Tracks erklären, ist nett, aber letztlich ohne Bedeutung. Somit ist es eine Compilation unter vielen. Nach offizieller Zählung (Wikipedia-Diskographie) die zehnte.