Lautonom

Die Drei – vor allem im Punk eine mystische Zahl. Gitarre, Bass und Schlagzeug haben bei vielen Vorbildern (allen voran natürlich Die Ärzte) ausgereicht. Und so trägt die Single-Auskopplung zum dritten Album nach drei Jahren Pause auch folgerichtig den Titel "Drei", in welchem das Trio den historischen Stellenwert der Zahl untersucht: "Aller gute Dinge... " (ihr wisst schon), Tick, Trick und Track werden genannt, Bela, Farin und Rod – und auch die berühmten drei Chinesen mit dem Kontrabass. Ein erfrischender Song mit gehöriger Portion Selbstironie und damit ein gelungenes erstes Lebenszeichen.
Darüber hinaus enthält das Album die gewohnte Mischung aus Punkrock-Hymnen, ("Am Meer") Balladen ("Grauer Vorhang"), melodischen Songs ("Halbromantisch") aber auch Stücken, die zumindest ansatzweise in den Bereich des härteren Rock ausholen ("Raus"). Ganz speziell berührt auch der Schluss-Track "Plastik", der sich nachdenklich mit dem Castingwahn unserer Tage beschäftigt.
"Damit wollen wir einen weiteren Schritt in Richtung Ernsthaftigkeit gehen. Schließlich sind wir keine Teenie-Band mehr", sagt Jo dazu. Nun ja, mit dem Erwachsenwerden ist das so ne Sache. Stilistisch hat sich zumindest nicht viel geändert. Dennoch spürt man eine neue Reife in den Songs. Das Bemühen, vielseitiger zu werden und nicht weiter allein kleine Mädels und Bravo-Leser zur Zielgruppe zu zählen.
Wenn man nun mit Tokio Hotel und Revolverheld den Vergleich zu zwei "ehemaligen" Teeniebands zieht, die den Sprung in eine andere Welt schaffen müssen, liegen die Killerpilze im guten Mittelfeld. An das erfrischende "In Farbe" der Revolverhelden reichen sie nicht ran, doch das dröge "Humanoid" der Magdeburger schlagen sie um Längen.