Mit Pauken und Raketen

Killerpilze – besser als ihr Ruf. Das ist nicht etwa das Titelthema der aktuellen Ausgabe von „Mein schöner Garten“, sondern mein Statement zum zweiten offiziellen Longplayer der bayrischen Punkrocker. Das neue Album der zum Trio geschrumpften Teenies trägt den vielsagenden Titel „Mit Pauken und Raketen“.
Punktrio? Da fallen einem doch sofort die Ärzte ein. Viele werden jetzt „Blasphemie!“ rufen, aber ich ziehe den Vergleich bewusst. Die Killerpilze klingen genau so erfrischend, wie die Ärzte in den 80ern und Anfang der 90er Jahre.
Jo, Mäx und Fabi nennen sich die Bayern. Okay – etwas kindisch. Aber haben nicht auch die Ärzte mal „Teenagerliebe“ gesungen?
Musikalisch gesehen kann man sich streiten, ob es sich um echten Punk handelt, oder eher um Deutschrock mit Fun-Elementen, so wie Revolverheld das gekonnt präsentieren. Auch ohne eine Lösung des Definitionsproblems zu haben, kann ich zumindest sagen, dass die Musik Spaß macht, dass sie handgemacht ist und mit enormer Spielfreude interpretiert wird.
„Liebmichhassmich“ ist der Titel der ersten Single – und der Sound ist symptomatisch für das komplette Album. Klar geht es um Mädels, erste Liebe, Mädels, Schule, Mädels, Wut über irgendwas und Mädels. Daneben steht aber auch das vor Selbstironie triefende „Stress im Nightliner“. Textlich und musikalisch ein Genuss.
Zitiert werden im Lauf des Albums interessanterweise Metallica – und nicht etwa bekannte Punkrocker. Der „Enter Sandman“-Riff ist ein gelungenes Gimmick. Den dazu passenden Song müsst ihr schon selbst raushörenÂ…
Eine Hymne wie „40 Tage und 13 Stunden“ klingt wunderbar natürlich. Und dann macht es nichts, dass die Reime ziemlich gewollt daherkommen. Jos Gesang ist manchmal etwas gewöhnungsbedürftig, aber die melodischen Songlinien reißen auch das meistens raus.
Kurzum: Auch wenn ich das Alter der Zielgruppe locker verdreifache – mir gefällt’s. Ein Album, das Spaß macht und seine 7 Sterne verdient hat.