Kraan

Psychedelic Man

Veröffentlicht: 23.03.2007 / Harvest / EMI

Von: Andreas Weist

Kraan

Eine bewegte 35jährige Geschichte haben die Krautocker Kraan inzwischen hinter sich. Auf und ab, häufige Besetzungswechsel, Spannungen innerhalb der Band, lange Ruhezeiten – und dennoch blieben sie drin in den Köpfen der Musikfreunde, ähnlich wie Grobschnitt, deren rühriger Eroc noch heute CD um CD aus den Archiven veröffentlicht, oder Hoelderlin, die parallel zur neuen Kraan-Veröffentlichung ihr Comeback versuchen.

Das 2007er Werk „Psychedelic Man“ ist nun eine Mischung aus besungenen und instrumentalen Stücken, die insgesamt alle sehr ruhig sind. Jetzt könnte ich sogar sagen: einschläfernd. Aber ganz so schlimm ist es dann doch nicht. Man spürt eine große Spielfreude und vor allem in den instrumentalen Passagen wird die Grundstimmung sehr fröhlich.  Allzu häufig geht es allerdings in Richtung easy listening und die jazzigen Parts nehmen viel Raum ein.

Im Opener, der sinnigerweise den Titel „Come back“ trägt, zeigt Peter Wolbrandt, dass er es stimmlich noch drauf hat, obschon seine (ich will jetzt nicht sagen: geleierten) Vocals immer noch recht gewöhnungsbedürftig sind. Mit „Silver buildings“ geht es keyboardlastig weiter, bevor „Dakkar“ als erstes Instrumental mit akustisch gezupfter Gitarre einsteigt. Ziemlich verträumt das Ganze.

„Miracle days“ erinnert an einen vergessenen späten 70er-Song, während der Titeltrack „Psychedelic man“ von einem hervorragend gespielten schnellen Schlagwerk dominiert wird, dann aber irgendwann in ausufernde Keyboards abdriftet. Hmmm, ab Track 7 dann ausschließlich instrumentale Songs. Zwar gut eingespielt, aber ziemlich belanglos.

Was bleibt zu sagen? Zunächst mal finde ich es seltsam, dass es beim Download des Albums einen zwölften (instrumentalen) Bonus-Song gibt, in dessen Genuss die Käufer der CD nicht kommen. Irgendwie gefällt mir nicht, wie auf diese Weise die Download-Portale gepusht werden. Ansonsten ist das Album okay, aber sicher nicht der große Wurf, auf den viele gehofft haben.

Ich empfehle auf jeden Fall den Griff zur Special Edition mit DVD. Die sechs Stücke eines Konzertmitschnitts von 2005 rechtfertigen zumindest den Kauf des Silberlings und führen in ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Ach ja: und das Cover find ich genial. 6 Sterne für die Version mit DVD.

Amazon, Musicload, Napster & AOL-Download

Amazon.de Musicload

Mehr zum Thema:

Newsletter abonieren! RSS Feed abonieren!
Evan Freyer
Digg Reddit Del.icio.us Facebook Twitter Google Yahoo! MyWeb Furl" BlinkList Technorati Mixx Windows Live MySpace Mister Wong
myMTVmobile