Songs Of Leonard Cohen

Zum ersten Mal erscheinen die drei ersten Alben von Leonard Cohen in einer überarbeiteten Version. Zeit, noch einmal auf „Songs Of Leonard Cohen“, „Songs From A Room“ und „Songs Of Love and Hate“ zurück zu schauen, und sie verdienterweise zu würdigen.
Man kann natürlich immer darüber streiten, ob es Sinn macht, alte Alben digital zu überarbeiten und sie noch einmal zu veröffentlichen. Die Kreativabteilung des Columbia Legacy/Sony BMG Labels hat sich zur Veröffentlichung der drei Folkmeisterwerke „Songs Of Leonard Cohen“, „Songs From A Room“ und „Songs Of Love and Hate“ jedoch einiges einfallen lassen. Alle drei Alben kommen in schickem Design daher, mit Original Cover plus mehrseitigem Booklet voller neuer Liner Notes und raren Fotos. Dazu die üblichen unveröffentlichten Bonus Tracks. Alles Zusätze, die man nicht unbedingt braucht, einen jedoch auch nicht stören.
Das erste Werk des Folkpoeten, schlicht betitelt mit „Songs Of Leonard Cohen“ (1967), brauchte gar nicht viel, um ein Album zu werden, das sich in den meisten Kritikerlisten mindestens unter den ersten 50 wieder finden lässt. Im Vordergrund stehen Streicher, poetische Texte und die Akkustikgitarre, die Klassiker wie „Suzanne“ und „Sisters Of Mercy“ berühmt machten.
Bei „Songs From A Room“ stehen dann besonders die Klassiker „Birds On A Wire“ und deren frühere Version „Like A Bird“ im Vordergrund.
„Songs From Love And Hate“ ist dann jedoch das eigentliche Meisterwerk. Schon nach „Avalanche“, dem ersten Song, bekommt man Gänsehaut von Cohens dunkler, manchmal reibeisenähnlichen tiefen Stimme, die stellenweise an die von Lou Reed auf „Transformer“ erinnert. Das Werk erschien im Jahre 1971 und setzte den melancholischen Stil der beiden vorangegangen fort.
Trotz des großen musikalischen Erfolges geriet der Poet die folgenden Jahre ein wenig in Vergessenheit und seine späteren Alben, zuletzt „Dear Heather“ (2004), waren eher durchwachsen. Hält man sich jedoch an „Songs of Leonard Cohen“, „Songs From A Room“ und „Songs Of Love and Hate“ spürt man die Genialität von Leonard Cohen.
Dabei schien im Vorfeld alles anders zu laufen. Cohen wollte kanadischer Country Star werden. Sein Talent für poetische Texte und mit der Zeit ernstzunehmende Songs brachte jedoch irgendwann John Hammond Senior auf die Idee, ihn für Columbia Records unter Vertrag zu nehmen. Kein schlechtes Geschäft, wie man nun nach genau 40 Jahren, nachdem sein erstes Album erschien, sieht. Später arbeitete Cohen sogar mit Bob Dylans Produzent Johnston zusammen und nahm mit ihm unter anderem „Songs From A Room“ auf.
Fazit: Drei Folkwerke, die in jeder guten Plattensammlung nicht fehlen dürfen. Ob unbedingt die überarbeitete Version nötig ist, muss jedoch jeder selbst entscheiden.