Lights

The Listening

Veröffentlicht: 26.02.2010 / Warner Music

Von: Andreas Weist

Lights

22 Jahre alt und schon so viele Namen: die kanadische Sängerin Lights heißt eigentlich Valerie Anne Poxleitner, hat sich aber inzwischen ganz offiziell in Lights Valerie Poxleitner umbenennen lassen. Ein Grund mag sicher in den phonetischen Anklängen des Nachnamens liegen – man entdeckt aber auch in ihrer Musik eine Unbeschwertheit und Leichtigkeit, die den Namen rechtfertigt. Wie die flippige Songwriterin das selbst ausdrückt: "Ich bin ein eher kleines kanadisches Mädchen, das intergalaktische Elektro-Musik macht. Ich versuche Sounds zu finden, die so klingen, als hätte man sie von den Ringen des Saturn oder aus einem Meteoritengürtel geholt." Klingt etwas abgehoben (zugegeben), gibt aber die sphärische Ausrichtung des Synthpop-Materials durchaus wieder.

Live tritt sie mit zwei Begleitern (Synthesizer sowie Schlagwerk) auf, spielt Gitarre und singt dazu mit einer Stimme, die zu Beginn enervierend piepsig klingt, aber bei längerem Hören durchaus ihren Reiz entwickelt. Welches Potential in den Vocals steckt, entdeckt man beispielsweise zum Ende von "Drive My Soul" oder in der Pop-Hymne "Second Go". Lights ist schon viel rumgekommen, lebte auf den Philippinen und auf Jamaica. Mit 18 zog sie nach Toronto und brachte sich das ihr eigene Songwriting bei, das eine Verschmelzung aus klassischem Pop und elektronischen Klängen vorsieht. Der Titeltrack "The Listening" beispielsweise trägt alle Elemente beider Welten in sich. Und manchmal geht gar der Gaul komplett mit ihr durch, wenn ein Song wie "Ice" ertönt, der locker auch auf Keshas Album Platz finden würde. Nun ja.

Bei dieser Art von Musik besteht immer die Gefahr, dass man zu sehr in die Teenie-Pop-Schiene abrutscht, doch Lights schafft den Spagat problemlos. Naive und süßliche Grundausrichtung, aber intelligente Texte und intelligente Arrangements – simpel konstruiert, und doch äußerst kreativ. "Pretend" und "February Air" sind betörende Songs zum Wegträumen und "Lions!" deutet sehr schwungvoll in die Zukunft.

Momentan ist Lights mit Owl City auf Tour und ich könnte mir vorstellen, dass sie trotz ihres Fantasy-Faibles um einiges authentischer rüberkommt als der gehypte Adam Young – doch das nur am Rande. Bekannt wurde Lights als passionierte Spielerin übrigens in der World Of Warcraft-Community, doch ein Doppelleben will sie nicht führen: "Was ihr seht, ist genau die, die ich bin. Und ich glaube, wenn ich das erhalten kann und meinen Fans nichts vorspiele, werde ich niemals verrückt werden." Wir denken für einen kurzen Augenblick an Lady Gaga und wünschen viel Glück.

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