Battle Of The Sexes

Filmstar oder doch lieber ultra-potenter Bling-Bling-Rapper? Diese Frage wird sich auch Christopher Brian Bridges, alias Ludacris, das ein oder andere Mal stellen, wenn er sich über seine Karriere Gedanken macht. Bevor er allerdings wieder in irgendeinem Hollywood-Blockbuster für Schlagzeilen sorgt, bringt Bridges jetzt sein insgesamt siebtes Studioalbum auf den Markt. Eineinhalb Jahre ohne neue Rhymes, die uns zeigen, dass Ludacris immer noch der geilste Frauenbeglücker von allen ist, sind auch einfach eine viel zu lange Zeit ohne den Mittelklasse Bad Boy.
Auf "Battle Of The Sexes" jagen lahme Allerweltbeats Reimen hinterher, die vor Sexismus, Frauenfeindlichkeit und Dicke-Hose-Getöse nur so wimmeln. Für Ludacris also business as usual. Ich möchte hier niemanden mit dem eingehenden Studium der Lyrics langweilen, allein ein Blick auf die Trackliste genügt, um zu sehen, was in Christopher Brian Bridges‘ Kopf vorzugehen scheint: "Everybody Drunk", "I Do It All Night", "Sex Room", "Hey Ho", "Feelin‘ So Sexy", "Sexting" (Bonus Track). Sechs ausgewählte Songtitel, die ihr „Titelversprechen" im Lauf des jeweiligen Tracks vollends einhalten und repräsentativ für das ganze Album sind. Frei nach Franky hätte es allerdings auch ein kurzes „Ich bin der Geilste, glaubs mir", getan. Ludacris genügen sechs Worte der Selbstbeweihräucherung jedoch bei Weitem nicht.
Auf den Schulhöfen der Nation wird "Battle Of The Sexes" vielleicht noch ein paar 11-jährige Junggangster zu Begeisterungsstürmen hinreißen, auf viel mehr braucht Mr. Bridges mit seinem sexistischen Reimtiraden nicht hoffen. Wer Musik nur via Handylautsprecher hört, wird die neue Ludacris-Platte für eine Offenbarung halten. Denn wenn ein Album für das Abspielen auf solch einem Medium gemacht wurde, dann "Battle Of The Sexes". Da kann man sich wirklich nur fragen, was noch so alles auf uns zukommen kann und Ludacris‘ Mantra aus dem zweiten Track zitieren: „How low can you go?"