Madsen

Frieden im Krieg

Veröffentlicht: 07.03.2008 / Vertigo / Universal Music

Von: Astrid Weist

Madsen

Madsen sind eine norddeutsche Band, die aus drei Brüdern und zwei weiteren Mitgliedern besteht und sich dann einfach nach dem am meisten vertretenen Nachnamen benannte. Seit 2004 sind sie bei Universal unter Vertrag und damit auch recht erfolgreich. Mit "Frieden im Krieg" bringen sie nun ihr drittes Album heraus.

Ich selbst habe die Band zum ersten Mal beim Bundesvision Song Contest 2008 – bei dem sie übrigens den vierten Platz belegten –  mit ihrem Lied "Nachtbaden" erlebt und dachte damals: Ganz interessante Musik und ein guter Text, aber muss der Typ so schreien?
Als ich jetzt das Album auf dem Schreibtisch bekam, waren meine Befürchtungen entsprechend – werde ich mehr als drei Stücke lang dieses Gebrüll aushalten, ohne aggressiv zu werden? Aber zum Glück beweisen Madsen schon im vierten Stück, dass sie auch anders können.

"Ja oder Nein", das schon bekannte "Nachtbaden" und "Nitro" sind richtige Punk-Rock-Stücke, laut und schnell, mit heftigen Drums, schrillen Gitarren und  dem dazu passenden Gesang, bei dem es mehr auf Lausstärke und Intensität ankommt als auf Melodieführung.
Bei "Vollidiot" dagegen hält sich das Schlagzeug ziemlich zurück, und Sänger Sebastian zeigt, dass er doch auch richtig singen kann., wenn er eine Ex-Freundin zu überzeugen versucht: "So ein Vollidiot bin ich eigentlich nicht".
"Du bist wie du bist" und "Grausam und schön" vereinen dann beide Aspekte, sind melodisch und von Gitarrenbegleitung dominiert in der Strophe, im Refrain dann rhythmischer und rockiger.

Genauso abwechslungsreich geht es mit dem Rest des Albums weiter. Schön punkig und ironisch-fröhlich ist "Liebeslied", das eigentlich gar keines ist, sondern die Klischees der typischen Liebeslieder entlarvt.
Überraschend zart und melancholisch ist "Astronaut" und auch der Titelsong "Frieden im Krieg" gehört zu den etwas ruhigeren Stücken mit einem philosophischen Text und längeren Instrumentalstellen. Bei "Verschwende dich nicht" und "Kein Weg zu weit" geht es dagegen richtig heftig zur Sache.

Insgesamt also ein vielseitiges und für mich überraschend gutes Album, das meine Vorurteile wiederlegt und mich von Madsen überzeugt hat. Und vielleicht überzeugen die fünf Jungs auch euch mit ihrem intelligenten deutschen Punkrock.

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