Mariah Carey

E = MC²

Veröffentlicht: 11.04.2008 / Island / Universal

Von: Astrid Weist

Mariah Carey

Und wieder einmal beweist Mariah Carey, dass sie ein echter Superstar und ihre Zeit noch lange nicht vorbei ist – ihr inzwischen 11. Studioalbum "E = MC²" ist direkt auf Platz sieben der deutschen Charts eingestiegen, und die Single "Touch My Body" bescherte ihr in den USA sogar den achtzehnten Nummer 1-Hit.

Musikalisch ist das Album keine Überraschung. Mariah und ihre Produzentenriege, angeführt von Jermaine Dupri, bleiben bei der bewährten Mischung aus R&B, tanzbarem Pop und souligen Balladen. Und wie bereits öfter in der Vergangenheit holt sich die Künstlerin auch auf "E = MC²" für manche Songs männliche Unterstützung, und zwar von drei verschiedenen Künstlern. T-Pain performt zusammen mit ihr den Opener "Migrate", bei "Cruise Control" ist Damian Marley zu hören, und "Side Effects" wird durch den Sprechgesang von Young Jeezy ergänzt. Ich muss zugeben, dass ich von den Jungs keinen kenne und auch kein Fan von diesen R&B-Nummern mit Rap-Teil bin, aber sie fügen sich gut in das Album ein.

Die Single "Touch My Body" geht schön ins Ohr, vor allem die Pianobegleitung mit den dahingetupften hohen Tönen. Hier lohnt sich ein Blick ins Booklet, um den leicht ironischen Text wirklich zu verstehen. Mein persönlicher Favorit ist "I Stay In Love", eine Ballade, die durch ihre Einfachheit und die Melodievariationen über der gleichbleibenden Klaviermelodie überzeugt. Die sehr beliebig wirkende Disco-Nummer "I´m That Chick" begeistert mich dagegen nicht, und auch "Love Story" plätschert mir etwas zu einförmig dahin, ähnlich wie "Last Kiss".

"I´ll Be Lovin U Long Time" ist dann wieder ein guter Popsong mit mitreißendem Beat, und "Thanx For Nothing" eine schöne Ballade, ausnahmsweise mal mit Gitarrenklängen begleitet. Ihren beachtlichen Stimmumfang und ihre sängerischen Fähigkeiten kann Mariah besonders in den letzten beiden Songs unter Beweis stellen – dem bewegenden "Bye Bye", in dem es um den Verlust eines geliebten Menschen geht, und der jazzig-souligen Klavierballade "I Wish You Well".

Insgesamt ist "E = MC²"  für mich ein durchwachsenes Album. Einige Songs haben Hit-Potential, manche entfalten beim wiederholten Hören ihren Charme, andere dagegen nerven bereits beim zweiten Mal. Aber das liegt natürlich auch daran, dass ich kein ausgesprochener R&B-Freund bin. Ihre Fans überzeugt Mariah Carey mit der neuen Scheibe bestimmt, was ja schon die aktuellen Verkaufszahlen beweisen.

Ob die CD ihrem Namen, der in Abwandlung der berühmten Formel hier wohl als Energie ist gleich Mariah Carey zum Quadrat verstanden werden darf, aber wirklich gerecht wird, muss jeder Hörer für sich entscheiden.

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