Mariah Carey

Memoirs Of An Imperfect Angel

Veröffentlicht: 02.10.2009 / Island / Universal Music

Von: Astrid Weist

Mariah Carey

Mariah Carey gehört momentan definitiv nicht zu den Künstlern, die ihre Fans lange auf neue Songs warten lassen. Kaum anderthalb Jahre nach "E=MC²" veröffentlicht sie mit "Memoirs Of An Imperfect Angel" nun bereits ihr 12. Studioalbum.

Mit wenigen Ausnahmen wurden alle Stücke gemeinsam von Mariah Carey, Terius Nash und Christopher Stewart geschrieben, so dass das Album einen recht einheitlichen Sound hat. Der Titel "Memoirs Of An Imperfect Angel" kann hier durchaus als Konzept verstanden werden, denn jeder Song ist sozusagen eine kleine Erinnerung aus Mariahs Leben. "Betcha Gon´ Know" gibt als Prolog die musikalische Richtung vor – überwiegend ruhiger und erzählender R´n´B, ein paar soulige Balladen und nur wenige Uptempo-Songs.

Insgesamt plätschert das Album also recht ruhig dahin. Den rhythmischen Songs wie "Obsessed" oder "Standing O" fehlt irgendwie der Biss, und Balladen wie "Inseparable" und "The Impossible" werden von Mariah nur dahin gehaucht und man vermisst die ganz großen Gefühle. Aber es gibt auch ein paar Highlights: "H.A.T.E.U." ist ein wirklich schönes verzweifeltes Liebeslied und "Up Out My Face" ein Dance-Track, der richtig Spaß macht.

Gegen Ende des Albums zeigt die Sängerin dann noch mal richtig, was sie drauf hat. "Angels Cry" ist eine wunderbar emotionale Ballade, und im dazugehörigen Prelude "Angel" schwingt sich ihre Stimme in wahrhaft himmlische Höhen. Nach dem bewegenden "Languishing" als ruhiges Zwischenspiel folgt die gelungene Coverversion des Klassikers "I Want To Know What Love Is", mit dem Mariah ihrem Ruf als Pop-Diva wieder alle Ehre macht. Anschließend  kann man aber guten Gewissens die Skip-Taste benutzen, denn es folgen vier Remixe der Single "Obsessed" – und diese wird leider auch durch zusätzliche Beats und Tempovariationen nicht viel besser.

Das Album ist im dreiteiligen Digipack verpackt - optisch ja ganz nett, aber es ist immer wieder eine Kunst, die CD aus der Hülle zu befreien, ohne eines von beiden dabei zu beschädigen. Das Booklet ist als Mini-Ausgabe der Zeitschrift Elle gestaltet,  eine schöne Idee, die allerdingst noch besser gewirkt hätte, wären die Lyrics in dieses Konzept integriert worden, statt sie einfach hinten anzufügen.

"Memoirs Of An Imperfect Angel" ist kein schlechtes Album, aber auch kein durchweg überzeugendes. Somit kann ich auch diesmal wieder nur sechs Sterne für Mariah Careys neuestes Werk vergeben – denn besser ist sie seit "E=MC²" leider nicht geworden.

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