Mark Lanegan

Blues Funeral

Veröffentlicht: 03.02.2012 / Beggars Group / Indigo

Von: Pascal Kraus

Mark Lanegan

Der ehemalige Sänger der Screaming Trees gehörte mit seiner Band zu den Pionieren einer Musikszene rund um die Stadt Seattle, im Nordwesten Amerikas Anfang der Neunziger. Gemeinsam mit Gruppen wie Soundgarden, Alice In Chains und Pearl Jam spielte man erfolgreiche Clubgigs und bereitete den Nährboden für die nächste große rockmusikalische Revolution. Die Screaming Trees sind mittlerweile Geschichte und Mark Lanegan jedoch erweist sich bis heute als Hans Dampf in allen Gassen, von seinen frühen Solowerken (z.B. "Whiskey For The Holy Ghost") über Gastperformances bei den Twighlight Singers, als Teil der Gutter Twins mit Greg Dulli, der wiederum auch auf diesem aktuellen Werk zu hören ist, sowie seiner eigenen Mark Lanegan Band, den Platten mit Isobel Campbell, bis schließlich hin zu diversen Beiträgen mit den Queens Of The Stone Age. An denen ist Mark Lanegan heute auch deutlich näher dran als an den erdigen melodiös krachenden Songs seiner ersten Band, so wie auch bereits schon vor acht Jahren auf "Bubblegum", der bislang letzten Platte unter dem Namen Mark Lanegan Band. 

Die ersten Geräusche des aktuellen Albums "Blues Funeral" pluckern nervös, fast schon elektronisch ätherisch, vor sich hin. Schon kurz darauf nimmt der Körper die Öle dieser Song – Destillate in sich auf, die Lanegan bis auf die Knochen abkocht. Sie strömen mit seinem brummigen unverwechselbaren Bariton nach oben vom tiefen Seelengrund. Dort hat der dunkle Hüne den Blues zu Grabe gebettet und nur in seinem Innern noch verpflanzt. Einzig das Skelett lässt er übrig und wirft das rohe Fleisch den mäandernden dröhnend drängenden Songstrukturen seiner Backing Band zum Fraß vor. Josh Homme macht sich (natürlich) ebenso in diesem Begräbniszug bemerkbar, wie auch Albumproduzent Alain Johannes und der umtriebige Schlagwerker Jack Irons (Ex- RHCP / Pearl Jam).

Lanegan vergräbt seine Tränen und die Schattengewächse tief in diesem düster schleppenden Electro – Blues seiner aktuellen Platte. Die mystische dunkle Ästhetik und zeitweise die pumpenden elektronischen Sounds kleiden diese schwarze traditionelle Musikform aus dem Mississippi – Delta auf "Blues Funeral" in ein neues Gewand. Tatsächlich kehrt Mark Lanegan hier zu seinen Wurzeln zurück, bis über seine erfolgreiche Zeit mit den Screaming Trees hinaus – zum New Wave der Achtziger. Deutlich geprägt sind die Songs von dieser Vergangenheit und nie zuvor klang eine Platte des großen Mannes mit den tätowierten Händen so trippig, so fast unmerklich durchzogen mit Keyboardsounds und synthetischen Drums wie auf diesem neuen Werk.

Die dichten Arrangements vermählen sich mit dem tiefen dunklen Timbre in dieser einzigartigen Stimme und verflechten Songs wie "The Gravediggers Song", "Phantasmagoria Blues", "Bleeding Bloody Water" oder "Leviathan" mit der organisch erdigen Arbeit der Band. Am Ende dieser Platte auf "Tiny Grain Of Truth" versöhnt Lanegan schließlich die letzten Zweifler und weckt reflexartig eine Assoziation wie (ACHTUNG!): Johnny Cash der Generation X. Aber längst hat der ja schon vor Jahren Rusty Cage gecovert. Willkommen im Hier und Jetzt!

Twitter

Amazon, Musicload, Napster & AOL-Download

Amazon.de Musicload

Mehr zum Thema:

Musicheadquarter Twitter RSS Feed abonieren! Musicheadquarter bei Facebook
Tickets Night Of The Prog Festival
Digg Reddit Del.icio.us Facebook Twitter Google Yahoo! MyWeb Furl" BlinkList Technorati Mixx Windows Live MySpace Mister Wong
Eagles Tickets bei www.eventim.de