Markus Rill

The Things That Count

Veröffentlicht: 18.01.2008 / Blue Rose / Soulfood

Von: Sascha Knapek

Markus Rill

Wenn der einzige deutsche Künstler (Markus Rill) des Abstatter Roots Rock-Labels ‘Blue Rose’ mit einem neuen Album in den Startlöchern steht, freut sich die Americana-Gemeinde – nicht nur hierzulande. „The Things That Count“ ist Rill’s siebtes Studioalbum und wer nichts über ihn weiß und nur die neue Platte hört, wird anfängliche Verortungsschwierigkeiten haben. Frankfurt (Rill’s Geburtsort), Abstatt, Nashville oder Austin? Stimmlich und musikalisch passt alles in die beiden letztgenannten Gegenden, nur der Name Markus Rill lässt auf die eigentliche Herkunft des Musikers schließen.

Den Nachfolger des eher akustisch gehaltenen 2006er Albums „The Price Of Sin“ beschreibt Rill selbst wie folgt: „Inhaltlich ging’s auf „The Price Of Sin“ darum, wie ich eine große, wichtige Sache aus eigener Schuld gegen die Wand gefahren habe. Nach so einer Sache besinnt man sich auf die Dinge, die zählen – The Things That Count.“ Um diese Sachen aufnahmetechnisch zu konservieren reiste Markus Rill nach Nashville, Tennessee und nahm mit Produzent Richard McLaurin zwölf Songs auf, die die gesamte Bandbreite des Singer/Songwriters abdecken und teilweise sogar über den Tellerrand hinausschauen. So gehörten z.B. Drum- und Gitarrenloops vor den Sessions, laut Rill, nicht zu seinem Repertoire.

Mit Dave Jacques (Bass), Bryan Owings (Schlagzeug) und Joe McMahan (u.a. E- und Slide-Gitarre) im Rücken gelingt es dem Songschreiber auf „The Things That Count“ ein Dutzend Stücke zu versammeln, die in sich ein sehr gelungenes Spektrum von Rill’s Stilvielfalt abbilden. Americana-Rock lugt bei fast jeder Nummer um die Ecke und auch Südstaaten-Blues („Gotta Keep My Hands Off“), Country („Dimestore Paperback Memory“), Singer/Songwriter-Ästhetik („Just Like It Never Did Exist“) und Roots-Rock („Scene Of The Crime“) sind auf Markus Rill’s neuer Platte mit am Start. Aber gerade die Songs, die von allem ein bisschen in sich vereinen, sind dabei die mit Abstand stärksten – die positivsten Beispiele dafür sind vor allem der bärenstarke Opener „Straighter Road“ und das atmosphärische und mit Pedal-Steel (gespielt von Produzent McLaurin) daherkommende „I’ll Wait For You“.

Americana, Nashville und ein Deutscher namens Markus Rill. Eckdaten die sich für den Ersthörer möglicherweise relativ exotisch anhören. Man wird schnell merken, dass diese Mischung nicht genuiner hätte sein können. Nach einem „The Things That Count“-Durchlauf ist’s von Frankfurt bis Nashville höchstens noch halb so weit wie vorher.  

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