The More

Mit zwei selbstproduzierten EPs und der Auszeichnung "Band Of The Year" legten die elektronisch-alternativen Debütanten 2007 und 2008 in ihrer dänischen Heimat los und ziehen nun aus, das restliche Europa zu erobern. Marybell Katastrophy ist das Soloprojekt von Marie Høljund, die schon bei den Tiger Tunes tätig war, und Emi Thomsen. Wenn die Studiowerke auch vor allem zu zweit eingespielt werden, holt man sich für Livekonzerte gerne Unterstützung von außen, so dass auch mal zwischen fünf und sieben Musikern auf der Bühne stehen.
Die Ausrichtung ist alternativ und wunderbar elektronisch. Sehr skurril kommen die Soundpassagen allerdings schon daher – also nichts zum entspannten Nebenherhören. Vergleiche mit David Bowie und den Pixies kommen unweigerlich hoch. Und dann ist da noch Maries exzentrische Stimme, die wie Björk in Reinkultur klingt. Schräg – eigensinnig – und irgendwie nordländisch.
Wie in "Slabiak" dürfen auch mal reine Gitarrenklänge auftauchen, doch werden diese durch computerisierte Soundeffekte verfremdet und überlagert. "Whiteboard" begleitet die zerbrechlichen Vocals mit elektronischen Tierstimmen Marke Quietsche-Ente und Quak-Frosch. Das hört sich zunächst befremdlich an, hat aber durchaus seinen Reiz – und Maries Stimme stellt sich dem fantastisch entgegen. So auch in dem schwierigen "Lost Ship", in dem stimmlich Kate Bush durchklingt, während die Instrumente einen dissonanten Gegenpol bilden. Das Jazz-Piano auf "Hip" in Verbindung mit vertrackten Rhythmus-Elementen ist einfach nur genial.
Als Support für Bat For The Lashes konnten Marybell Katastrophy ja bereits punkten. Im November und Dezember ist eine Europatour geplant, die auch nach Deutschland führen wird. Und mit einem Song wie dem verspielten Soundgemälde "Good Old Germany" im Gepäck dürfte da ja auch nichts schief gehen.