Götterdämmerung

Natürlich werden Megaherz stets in einem Atemzug mit Rammstein genannt – und das wird auch weiter so bleiben. Mit "Götterdämmerung" erscheint schon das siebte Studioalbum der Industrial-Band und das Ergebnis ist mal wieder berauschend. Ein knallharter, perfekt produzierter Sound beherrscht das komplette Album. Fette Riffs, Keyboards in Dampfhammer-Discomanier und eine klar strukturierte Rhythmus-Fraktion machen der Neuen Deutschen Härte alle Ehre. So bin auch ich schon nach dem ersten Hördurchlauf auf den Geschmack gekommen.
Der Vergleich zu Rammstein drängt sich auf. Dafür sorgt schon allein der aggressive, raue Gesang von Lex Wohnhaas. Doch Megaherz sind mehr: Ihre Texte sind deutlicher, schonungsloser. Man nehme nur "Rabenvater", das sich mit bildhaften Beschreibungen dem Thema Kindesmisshandlung widmet. Oder die tanzbare Auskopplung "Jagdzeit", bei welcher im Gegensatz zu gängigen Klischees die Protagonistin zur Jägerin mit Sex-Appeal wird. Daneben stehen zeitkritische Songs wie "Prellbock" und "Keine Zeit". Der Härtegrad bleibt aber auf gleichbleibend hohem Level. Selbst in Ansätzen ruhige Stücke wie "Heute Nacht" und "Herz aus Gold" haben genügend Biss, um in diesem Reigen zu bestehen.
Vom 2000er Album "Himmelfahrt" wurde "Licht am Ende der Welt" wieder neu aufgenommen. Mit orchestraler Instrumentierung wird es zur wahren Bombast-Hymne. Megaherz beweisen mit diesem Album ihre Eigenständigkeit. Wäre doch gelacht, wenn es diesmal nicht für eine hohe Chart-Platzierung reicht. In Kürze startet die Headliner-Tour:
19.01. Bochum - Matrix
20.01. Osnabrück - Bastard Club
21.01. Flensburg - Roxy
26.01. Leipzig - Werk 2
27.01. Berlin - C-Club
28.01. Hamburg - Logo
02.02. Nürnberg - Hirsch
03.02. Erfurt - Unikum
04.02. Köln - Underground
10.02. Aschaffenburg - Colos-Saal
11.02. Kaiserslautern - Kammgarn
12.02. Bruchsal - Fabrik
17.03. München - Backstage