Oracular Spectacular

Ich bin sprachlos... hin und weg... überwältigt. Kommt selten, wenn nicht zu sagen so gut wie gar nicht vor. Aber MGMT haben es geschafft. Gelangweilt von all dem dem Massen-Mist, der momentan auf dem Markt herumschwirrt, da jede erdenkliche Person die nur ein Minimum an musikalischer Kenntnis an den Tag legt eine Musikkappelle gründen möchte, legte ich ahnungslos das Album „Oracular Spectacular“ in den Player und dachte mir „Jaja von wegen ‚spectacular’, das werden wir ja sehenÂ…“. Und BUMM! Ich SAH, bzw. hörre. Hier haben wir wirklich mal etwas richtig Frisches und Innovatives.
Andrew Vanwyngarden und Ben Goldwasser, die beiden kreativen Köpfe, die MGMT ausmachen, verfolgten den gemeinsamen Gedanken, dass Songs traurig, tiefgründig und lustig zugleich sein müssten. Dies hört sich nicht machbar an, doch MGMT taten genau dies. Schon der erste Song des Albums „Time to Pretend“ lässt vom ersten Ton an aufhorchen und man bekommt das Kribbeln im Bauch, eine Vorahnung, dass dieses Album phänomenal sein würde. Und wer eben dieses Kribbeln empfindet, wird nicht enttäuscht werden. Die Songs, mal etwas schleppend und bittersweet wie „Weekend Wars“, zum Tanz einladend wie „Electric Feel“ oder vor allem „Kids“, dessen Beat gleich in die Beine geht, bieten dem Hörer ein abwechslungsreiches und farbenfrohes Klangerlebnis. MGMT vermitteln eine kindliche Freude mit ihrer experimentierfreudigen Musik. So handeln auch viele Songs von Kindheit und Jugend. Zwar ist nicht jeder Song so einwandfrei wie o.g. doch das Gesamtkonzept stimmt. Bei Songs wie „4th Dimensional Transition“ – der stark an „Knights Of Cydonia“ von Muse erinnert, verzetteln sich MGMT ein wenig in psychedelischen Rhythmen, die über kurz oder lang etwas eintönig wirken. Ansonsten gestaltet sich der psychedelische Trip vom Sandkasten der Kinheit zum Mond in der Zukunft hin, jedoch perfekt. Nahtlos führen MGMT durch ihre selbstgestaltete synthetische Musik mit modernem als auch altem Retroeinschlag.
Doch das Hauptsächliche, das MGMT ausmacht, ist die Unbeschwertheit mit der die beiden Amerikaner scheinbar an die Sache gehen. Es scheint als bastelten die Jungs an ihren Songs, wie es ihnen gerade in den Sinn kämeÂ… ohne jeglichen Druck von Plattenfirmen und ohne Zwang irgendeine Fangemeinde nicht vor den Kopf zu stoßen. Die Freiheit des ersten Albums eben – man hört und fühlt sie. Und das ist, was MGMT mit „Oracular Spectacular“ so einzigartig macht. Es gibt keine Ängste, die sie bremsen und hemmen.
Hoffen wir, dass MGMT dieses Gefühl beibehalten werden, denn bereits jetzt wird ihr Werk allerortens hochgelobt und wird wahrscheinlich einen großen Hype erfahren. Hoffen wir weiter, dass der Druck nicht zu hoch werden wird und MGMT die Qualität und Leichtigkeit (trotz melancholischer Songs) weiter im Musikerherzen tragen wird.