Michael Bublé

Crazy Love (Hollywood Edition, 2CD)

Veröffentlicht: 15.10.2010 / 143 / Reprise / Universal Music

Von: Sascha Knapek

Michael Bublé

Bereits erschienene Alben mit ein bis zwei Bonus-Tracks (gerne eine neue Single) auszustatten, dann neu zu veröffentlichen und im Prinzip mit einem Album zwei Mal Kasse zu machen, ist in der heutigen Popwelt leider nichts Neues. Michael Bublé macht nun genau das. Eigentlich müsste man ihn dafür verfluchen, aber der smarte Kanadier tätigt die Wiederveröffentlichung wenigstens mit so viel Stil, Anstand und nicht nur der Inklusion von ein bis zwei Alibitracks, dass man ihm die Revitalisierung nicht sonderlich übel nehmen kann. Auch das eine Jahr, das zwischen den beiden Versionen liegt, ist ein angenehmerer Zeitrahmen, als die acht Wochen, die sich Bublés Artgenossen manchmal mit der Doppelabkassierung Zeit lassen.

"Crazy Love" bleibt dabei das kurzweilige Popalbum, das es schon bei der ursprünglichen Veröffentlichung im Oktober 2009 war (unsere damalige Rezension findet ihr hier). Beseelter Breitband-Pop, der einem die gute Laune auch ins herbstliche, etwas zu kalt gewordene, Gesicht treibt.

Der Clou an dieser sogenannten "Hollywood Edition" sind acht gänzlich unveröffentlichte Songs auf der zweiten CD. Diese beginnt mit der namensgebenden Single "Hollywood" und enthält darüber hinaus noch sieben weitere Stücke – fünf live (u.a. "Haven’t Met You Yet" und "Twist And Shout"), zwei (u.a. "End Of May") im Studio aufgenommen. Hier kommt der Entertainer in Michael Bublé zum Zug, live macht er eigentlich noch mehr Spaß als auf Konserve.

Natürlich kann man diskutieren, ob es für "Hollywood" und die anderen „neuen" Tracks nicht auch eine EP getan hätte. Im Zeitalter von Downloads und etwaigen Deluxe-Editions ist diese Neuauflage allerdings unausweichlich und bietet tatsächlich einen Mehrwert zur vor einem Jahr erschienenen Version. Alle, die Bublé vielleicht erst durch "Hollywood" lieben gelernt haben, können direkt mit einem Album einsteigen und für den Rest tut’s entweder die alte Edition, man frönt seiner Sammelleidenschaft oder man wartet einfach aufs nächste Album des 35-jährigen.

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