Miles Davis

Bitches Brew (Legacy Edition, 2CD & DVD)

Veröffentlicht: 27.08.2010 / Columbia Records / Sony Music

Von: Sascha Knapek

Miles Davis

Vor 40 Jahren erschien "Bitches Brew", Miles Davis‘ legendäres Doppelalbum, welches 1970 endgültig die Brücke zum Rock’n’Roll fertigbaute, die der Jazz-Trompeter mit dem Vorgänger "In A Silent Way" (1969) in Angriff nahm. Als ‘Legacy‘ (2 CD’s plus DVD)- und ‘Deluxe‘-Edition (3 CD’s plus DVD plus 2 LP’s) wird die Songsammlung des 1991 verstorbenen Davis nun entsprechend opulent und detailverliebt wiederveröffentlicht.

Die zwei CD’s der ‘Legacy Edition‘ enthalten die klanglich aufbereiteten sechs Songs (über 90 Minuten lang) des Originalalbums und weitere sechs Tracks, unter denen sich Alternate Takes und Single Edits tummeln, von denen zwei bis dato gänzlich unveröffentlicht waren (die Alternate Takes von "Spanish Key" und "John McLaughlin").

Miles Davis zelebrierte auf "Bitches Brew" die Annäherung an den damals kontemporären Rock’n’Roll, indem er auch „elektrische" Instrumente (z.B. elektrische Pianos und Gitarren) einbezog. Die sechs Songs des Ausgangsalbums waren ein wichtiger Schritt für den Jazz, Davis verschloss sich nicht und entwarf einen Sound, der auch Funk- und Rhythm & Blues-Anleihen verwendete.

Neben Davis standen bei den drei "Bitches Brew"-Sessions im August 1969 Wayne Shorter (Sopran-Saxofon), Bennie Maupin (Bass Klarinette), Joe Zawinul (Electric Piano), Chick Corea (Electric Piano), John McLaughlin (Gitarre), Dave Holland (Acoustic Bass), Harvey Brooks (Electric Bass), Lenny White (Drums), Jack DeJohnette (Drums), Don Alias (Congas) und Jumma Santos (Shaker) im Studio. Die Platte lebt von ihren diversen Klangfarben, die dank Davis‘ Federführung und seiner kongenialen Begleitmusiker von einer Aura der Ewigkeit umgeben werden.

Zusätzlich zu den zwei CD’s bekommt man mit dem Kauf der ‘Legacy Edition' noch eine Live-DVD. Sie enthält einen bisher unveröffentlichten Auftritt aus dem November 1969. In Kopenhagen spielte Davis damals sieben Songs - u.a. "Miles Runs The Voodoo Down", "Bitches Brew" und "Sanctuary" - und führt einem vor Augen, welches Eigenleben seine Stücke auf der Bühne bekommen konnten.

1970 verkaufte "Bitches Brew" mehr als 400.000 Einheiten, für ein Fusion-Album eine gewaltige Zahl. Die Platte wurde Miles Davis‘ erste RIAA Goldauszeichnung und wirkt durch seine Offenheit und Vielfalt bis heute nach. Für Menschen, die eher aus einem gitarrengeprägten Vorliebespektrum kommen, kann "Bitches Brew" außerdem durchaus als Einstiegsdroge in die endlos weite Welt des Miles Davis gesehen werden. Einfach mal ausprobieren.

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