Either Way I Think You Know

Mit ihrem mittlerweile fünften Album sind Minor Majority endlich als Band angekommen. 2001 als Duo-Studioprojekt gestartet sind es inzwischen fünf Norweger, die mit ihrer Vertonung von Melancholie mit Americana-Anleihen auch hierzulande eine wachsende Fangemeinde begeistern. Unmittelbarer und direkter als der Vorgänger "Reasons To Hang Around" von 2006 und das absichtlich. Sobald ein Song Form angenommen hatte, wurde er komplett im Studio eingespielt. Kein Herumgespiele und vor allem keine Overdubs. Roher und zurückgenommener ist das Ergebnis.
Sänger und Songschreiber Pål Angelskår, der stimmlich stark an Stuart Staples von den Tindersticks erinnert, führt diese Entwicklung darauf zurück, im Vorfeld der Albumproduktion viel Neil Young und britischen Folkrock gehört zu haben. Songs wie "Bloomed And Died" atmen diesen neuen Folkeinschlag, der sich schön einfügt in Minor Majority's Americana-Einflüsse, die auf diesem Album vielleicht noch ein wenig stärker hervortreten als sonst. "Try Me" mit seinen Banjo- und Steelguitarparts und "Song For Sybil", das ebenso gut von Wilco sein könnte.
Ungewohnt rockig ist der Titelsong, mit treibenden Drums und E-Gitarren-Solos. Geradezu scheppernd ist der Chorus unterlegt und zeigt eine ganz neue Seite von den sonst so harmonisch-ruhigen Norwegern. Doch auch Streicherarrangements gibt es, trotz Reduzierungen, Rockanleihen und Folkeinflüssen, auch auf "Either Way I Think You Know". "To Let Go (Of That Load)" ist dann auch eines der Highlights des Albums, mit seinen wunderbaren Streichern.
Mit dem knapp sechsminütigen intensiven Epos "Dorian Leaving The Table In Rage" endet ein Album, das auf den ersten Blick sehr homogen erscheint und das seine Raffinesse erst nach und nach eröffnet. Für Minor Majority ein zaghafter Schritt in eine neue Richtung, der schon länger überfällig war.