Moke

Shorland

Veröffentlicht: 30.01.2009 / Island / Universal Music

Von: Sascha Knapek

Moke

Einmal auf der offiziellen Internetseite der holländischen Band Moke gelandet, stellt sich prompt die erste Frage. Ist das hier tatsächlich die Webseite der Rock-Band. Oder handelt es sich nicht doch um die Internetpräsenz eines total stylischen Frisurenwettbewerbs unseres Nachbarlandes? Keine Frage, neben ihrer Musik sind die fünf Jungs von Moke modebewusste junge Männer, die Karl Lagerfeld auch unbedingt mit seiner „K Karl Lagerfeld“-Kollektion ausstatten und Toyota gerne als Soundtrack für einen Werbespot haben wollte. So richtig ernst zu nehmender Rock’n’Roll macht natürlich durch andere Eckdaten Schlagzeilen. Das jetzt vorliegende Debütalbum “Shorland“ des Quintetts nimmt sich in Sachen Orientierung ein Beispiel an holländischen Fußballern. Bis zur „Insel“ ist es von Amsterdam nicht mehr weit.

Angedachter Oranjerock wird auf “Shorland“ ganz schnell zur zahmen Britpop-Variante. Moke bestritten schon für Razorlight, Paul Weller, Keane oder The Kooks das Vorprogramm. Die dafür verantwortlichen Manager haben sich diese Paarungen nicht aus Jux und Dollerei einfallen lassen. Das Quintett kann ohne Probleme als britischste nicht-britische Britpop-Band durchgehen. Die Einfälle von Nummern wie “This Plan“, “Rule The World“ oder “We’ll Dance“ sind gefällig, haben viel Radiopotenzial und hinken trotzdem hinter den großen Vorbildern – nicht von ungefähr sieht Sänger Felix Maginn auf dem Cover wie Noel Gallagher aus – zurück. Angesnobte Vocals, mehr oder weniger rotzige Gitarren und gefällige Melodien. 2009 ist das alles durchaus nett, im Prinzip aber einfach nur unspektakulär und mit dem Flair dieser kleinen knatternden Touristenautos auf spanischen Urlaubsinseln ausgestattet. Der Bandname passt also.

Der Ansatz Rock’n’Roll auf Holländisch zu erschaffen, ist für “Shorland“ dann unterm Strich doch etwas zu hoch gegriffen. Moke ist ein durchaus solides Debütalbum gelungen, nur leider hebt es sich in Sachen Originalität, Sound und (fehlender) Nachhaltigkeit nicht wirklich von anderen Bands dieser überaus durchgestylten Rock-Breitengrade ab. Der holländische Fünfer britelt viel und so liegen die Querverweise bei Acts wie Snow Patrol, Coldplay, Razorlight und einer kleinen – hiervon dürfte es gerne mehr sein – Prise Supergrass. Etwas eigener Flavor hätte dem ersten Moke-Album nicht geschadet. Aber vielleicht gibt’s den dann ja beim nächsten Longplayer der fünfköpfigen Frisurenband.

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