Nada Surf

If I Had A Hi-Fi

Veröffentlicht: 07.05.2010 / Mardev Records / ADA Global / Warner Music

Von: Sascha Knapek

Nada Surf

Drei Wochen haben die Aufnahmen des ersten Coveralbums von Nada Surf gedauert. Es entstand in Austin, Texas und beinhaltet zwölf Nada-Surf-Interpretationen ihrer Lieblingssongs. Die Mischung der gecoverten Acts als äußerst heterogen zu bezeichen, ist dabei fast schon eine Untertreibung. Von Depeche Mode bis Spoon und von Kate Bush bis The Moody Blues, Nada Surf legen sich keine unnötigen Handschellen an und verleihen einem Dutzend fremder Federn den typisch Nada Surf’schen Anstrich.

Die Entscheidung für ein Coveralbum wurde spontan getroffen. Louie Lino, langzeitiger Tourmusiker von Nada Surf, hatte gerade sein eigenes Studio in Austin aufgemacht und sah sich nicht in der Lage mit auf Tour zu kommen. Als Überzeugungshilfe diente dann der dreiwöchige Studiostint von Matthews Caws, Ira Elliot und Daniel Lorca. Man nahm im Studio des Kumpels kurzerhand zwölf Cover auf und bewies bei der spontanen Songauswahl ein richtig gutes Händchen.

Jedes Cover zeigt einen anderen Nada-Surf-Einfluss. Am Ende der Platte hat man von allem etwas gehört und als Ergebnis steht hinter der Soundgleichung die eigenständig-eigentümliche Atmosphäre eines Nada-Surf-Albums. Die Ausgangsstücke bleiben manchmal nah am Original und sind trotzdem ein Verweis auf die Band, die den Song gerade spielt. Kaum Bekanntes (z.B. "Electrocution" von Bill Fox) steht neben Mega-Hits (z.B. "Enjoy The Silence" von Depeche Mode) und trotzdem wirkt das Album wie ein großes Ganzes. Flickenteppichhaftes anderer Coveralben kennt "If I Had A Hi-Fi" nicht mal vom Hörensagen.

Das Originale zu 90% immer besser sind als Kopien, werden sicherlich auch Nada Surf nicht bestreiten. Auf "If I Had A Hi-Fi" greift das Schema „besser/schlechter" allerdings nicht. Matthew Caws, Ira Elliot, Daniel Lorca und Louie Lino, ohne den es diese Platte wohl gar nicht geben würde, präsentieren uns einfach eine paar ihrer Lieblingstracks und verpacken das in den gewohnt lässigen Nada-Surf-Stil. Dass es sich bei "If I Had A Hi-Fi" – bis auf den hier und da zu polierten und glatten Sound – eher um eine entspannte Jam-Session, als um das sechste Studioalbum der New Yorker handelt, macht den Reiz dieser Platte aus. Bis zur nächsten „regulären" Nada-Surf-Langrille ist "If I Had A Hi-Fi" ein guter Überbrücker und mehr als nur Unterhaltung für zwei bis drei Nachmittage.

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