Out Now

Musik ist nur eine der vielen Leidenschaften von Noah Sow, Sängerin und Kopf der Band Noiseaux. Von 1990 bis 2007 war sie bei Sendern wie 1live, hr3, SWF3, Radio Fritz und You FM als Radiomoderatorin, Produzentin und Redakteurin tätig, ebenso als TV-Moderatorin für den Hessischen Rundfunk und den WDR.
Sie war vorübergehend Jurymitglied der Castingshow "Popstars", stieg aber aus Gewissensgründen dort aus. Von 2001 bis 2004 lebte sie in Brooklyn, New York, hatte dort Auftritte sowohl mit ihrer eigenen Band, als auch mit Anarchists Of Colour. Sie schrieb das Hörspiel "Underground", bei dem sie als Komponistin, Produzentin und Sprecherin fungierte und das 2003 vom WDR ausgestrahlt wurde. Als Vorsitzende des media-watch Vereins "Der Braune Mob" setzt sie sich für das Ziel ein, "Â…dass die Darstellung Schwarzer Menschen in deutschen Medien und der Öffentlichkeit fair und ohne Diskriminierung erfolgt". Zuletzt machte sie als Autorin des Sachbuchs "Deutschland Schwarz weiß: der alltägliche Rassismus" auf sich aufmerksam.
Trotz all dieser Beschäftigungen kam aber auch die Musik nicht zu kurz. 2007 veröffentlichte sie mit ihrer Band Noah Sow & das Heimlich Manöver die Single "Es brennt hier drin", das Video dazu wurde im Stadion des F.C. St.Pauli gedreht. Mit der Gruppe Sisters trat sie beim Bundesvison Songcontest 2008 auf und absolvierte ein Reihe Konzerte, unter anderem mit der WDR Big Band.
Nun veröffentlicht sie mit "Out Now" das Debüt ihrer Band Noiseaux auf ihrem eigenen Label Jeanne Dark Records. Noah Sow schrieb alle Texte des Albums, die Musik entstand im Kollektiv und wurde von ihr, gemeinsam mit Andi Herr im Heyday Studio produziert. "Out Now" erscheint sowohl in den USA, als auch in Deutschland und so gibt es eine Doppel CD mit einer englischen und einer deutschen Version.
Beim Blick auf die Biographie von Noah Sow ist es klar, dass die Texte den zentralen Bestandteil des Schaffens von Noiseaux darstellen, nicht zuletzt daher die zweisprachige Veröffentlichung. Doch wird dem glücklicherweise nicht die gesamte Musik untergeordnet. "Out Now" ist schnörkelloser geradeaus Punk mit solider Rhythmusarbeit. Hier und da gibt es schöne Gitarrensoli, wie z.B. bei "Chaos". Die Produktion ist sehr dicht und druckvoll, dabei erinnert das Gesamtpaket an irgendetwas zwischen Jingo de Lunch und Skunk Anansie. Daher wird "Out Now" in den Kreisen der "üblichen Verdächtigen" mit Sicherheit häufiger auf den Plattentellern landen.