Bretonne

In Frankreich ist die Sängerin Nolwenn Leroy schon seit Jahren bekannt und erfolgreich, doch erst ihr aktuelles Album schaffte es auch hierzulande in die Charts. Mit "Bretonne" widmet sich Nolwenn dem musikalischen Erbe der Bretagne, ihrer Heimat, und mischt traditionelle Lieder mit Werken moderner bretonischer Künstler wie Alan Stivell oder Christophe Miossec.
Für Folkfestival-Feeling sorgen die schwungvollen Stücke "Tri martolod", "La jument de Michao" oder "Dans le prisons de Nantes", die in mir die Erinnerung an endlose bretonische Kreistänze hervorrufen. Die traditionelle Instrumentierung mit Geige, Akkordeon, Flöte und Harfe wird dabei zeitgemäß durch Gitarren und moderne Percussion ergänzt. Neben diesen lebhaften Tanzliedern stehen dann überwiegend ruhige, akustisch arrangierte Songs wie "Brest", "Ma Bretagne quand elle pleut" und "Karantez Vro".
"Bretonne" bezieht aber nicht nur die Bretagne, sondern den gesamten keltischen Raum mit ein. So interpretiert Nolwenn auch die gälische Lieder "Siuil A Ruin" und "Mna Na H-Eireann" und mit "Greensleeves" und "Scarborouhgh Fair" zwei bekannte englischsprachige Balladen. Dabei findet sie mit ihrer ausdrucksvollen Stimme stets die richtige Balance zwischen Gefühl und Klarheit.
Das Booklet ist mit wunderbaren Landschaftsaufnahmen gestaltet und enthält die kompletten Lyrics. Schön wäre allerdings eine Übersetzung zumindest der bretonischen Lieder gewesen – so lässt sich meist nur aus den auch in Englisch angegebenen Titeln auf den Inhalt schließen.
"Bretonne" ist ein überwiegend ruhiges, aber doch insgesamt sehr vielseitiges Album, das vor allem Folk-Fans begeistern wird. Hoffentlich trägt es aber auch dazu bei, die großartige Künstlerin Nolwenn Leroy in Deutschland bekannter zu machen.