OneRepublic

Waking Up

Veröffentlicht: 13.11.2009 / Interscope Records / Universal Music

Von: Sascha Knapek

OneRepublic

Sind sie ein One-Hit-Wonder oder schon bald eine beständige Größe im Pop-Business? Diese Frage werden sich auch die Mitglieder der US-Popper von OneRepublic während der Aufnahme zu ihrem zweiten Album “Waking Up“ gestellt haben. Dank Timbaland und des Mega-Erfolgs von “Apologize“ kennt jeder deutsche Radiohörer – oder, dank “Keinohrhasen“, Kinogänger – das Quintett aus Colorado. Timbaland hat nun auch das neue OneRepublic-Album wieder („ausführend“) produziert, und dem Song “Secrets“ könnte, Til Schweiger sei dank, ein ähnliches Schicksal wie “Apologize“ bevorstehen. Denn auch für die Fortsetzung von “Keinohrhasen“, “Zweiohrküken“, dürfen OneRepublic mit “Secrets“ den Titelsong beisteuern. Der Erfolg scheint vorprogrammiert.

Im seichten Rock-Pop-Dickicht fühlen sich OneRepublic zwar wohl, aber “Waking Up“ ragt dann im Vergleich zu anderer Schmuseware vom Fließband doch ein wenig heraus. Timbaland hört man glücklicherweise nicht zu deutlich heraus, und immer dann, wenn OneRepublic den Schmalzknopf nicht drücken, kommen gute Songs zum Vorschein. Alles nichts Bahnbrechendes, weswegen einem die Kinnlade runterfallen braucht, aber das Radio muss man wenigstens nicht gleich abschalten, wenn ein OneRepublic-Song um die Ecke kommt. Ein bisschen mehr Handgemachtes hätte der Sound schon vertragen können, allerdings ist so etwas mit Timbaland im Rücken nur schwer durchzuführen. Fragt mal Chris Cornell.

Unterm Strich versammelt “Waking Up“ mehr oder weniger großspurige Popsongs, die nicht besser zu Filmen wie “Keinohrhasen“ oder – vermutlich, der Streifen läuft erst Anfang Dezember an – “Zweiohrküken“ passen könnten. Popkornkino für Augen und Ohren. Sollte euch eure Freundin also in ein paar Wochen mit in die neue Schweiger Comedy-Romanze schleppen, und anschließend OneRepublic in den Player legen, dann hätte es euch schlimmer treffen können. Nette Popsongs für die besinnliche Jahreszeit. Und wer beim Artwork quasi Jackson Pollock zitiert, dem kann man auch mal eine halbe Stunde zuhören, wenn’s die Herzallerliebste freut.

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