Pearl Jam

Live On Ten Legs

Veröffentlicht: 14.01.2011 / Island Records / Universal Music

Von: Sascha Knapek

Pearl Jam

Pearl Jam feiern in diesem Jahr ihr 20. Bandjubiläum, und um die Festivitäten standesgemäß einzuläuten, startet der Fünfer aus Seattle mit einer Liveveröffentlichung ins Jahr 2011. Es soll nur der Anfang von dem sein, was die Band für die restlichen 50 Wochen des Jahres noch so auf Lager hat. Im Gespräch sind u.a. ein Weekender im Mittleren Westen der USA, die Wiederveröffentlichungen der legendären Alben "Vs." und "Vitalogy" und ein abendfüllender Kinofilm von Cameron Crowe. PJ20 wirft seine Schatten voraus und startet jetzt!

Den geneigten Hardcorefan locken die alle (18) bereits auf offiziellen Bootlegs der Band veröffentlichten Songs höchstwahrscheinlich nicht sonderlich hinterm Ofen vor. Aber für die breite Öffentlichkeit, die sich nicht an 364 Tagen im Jahr mit den US-Amerikanern beschäftigt, ist "Live On Ten Legs" ein repräsentativer Querschnitt des Liveschaffens der vergangenen sieben Jahre geworden. Alte Weggefährten wie "Animal", "State Of Love And Trust", "Jeremy" oder "Alive" tauchen auch heutzutage noch oft in den ständig wechselnden Setlisten der Amerikaner auf – "Live On Ten Legs" zeigt, wie frisch und unverbraucht sich derartiges Material bei Pearl Jam auch nach 20 Jahren noch anhört.

Dass die Mannen um Eddie Vedder nicht nur in den Rückspiegel blickende Rock’n’Roller sind, beweisen die neueren Nummern der aktuellen Veröffentlichung. Wer "Backspacer"-Songs der Marke "Got Some", "Unthought Known" oder "The Fixer" mochte, und sich nur an der viel zu glatt geratenen Produktion gerieben hat, dem bietet "Live On Ten Legs" eine schöne Alternative. Hier löscht niemand brennende Bretter mit produktionstechnischem Hustensaft. Das merkt man auch bei den vogelfreien Coverversionen von "Arms Aloft" (Joe Strummer & The Mescaleros) und "Public Image" (Public Image Ltd.).

Die erste groß angelegte Liveveröffentlichung seit "Live At The Gorge 05/06" (2007) bietet das, was die erste offizielle Liveplatte, "Live On Two Legs" (1998), uns vor knapp zwölf Jahren an die Hand gab. Eine CD voll mit purer Energie und dem Bekenntnis zur unverfälschten Liveeuphorie. Dass manche Fans das nach zahllosen offiziellen Bootlegs eher langweilt, überrascht kaum. Für diese Klientel sind wohl auch eher die kommenden Wiederveröffentlichungen gedacht. "Live On Ten Legs" ist etwas für den geneigten Gelegenheitsfan und für Musikbegeisterte, die Pearl Jam im Lauf der Jahre vielleicht etwas aus den Augen verloren haben. Oder einfach für Leute, die gerne mal hören würden, wie sich Mitschnitte der besten Liveband unserer Zeit anhören.

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