Peter Maffay

Ewig

Veröffentlicht: 29.08.2008 / Ariola / SonyBMG

Von: Andreas Weist

Peter Maffay

Zunächst ist mal ein kleines Outing fällig. Das erste Livekonzert meines Lebens war 1988 Peter Maffay im Saarbrücker Ludwigsparkstadion und ich habe es immer noch in bester Erinnerung. Die Karriere des gebürtigen Rumänen ist in vielen Bereichen mit Udo Lindenberg vergleichbar. Die etwas schlagerlastigen Anfänge, dann ein rockiger Karrierehöhepunkt (der Maffay mit zwölf deutschen Nr. 1-Alben in die Annalen eingehen lässt) und eine Phase der ambitionierten Projekte in der jüngeren Vergangenheit. Bei Lindenberg waren es die sperrigen Alben „Hermine“ und „Gustav“ sowie seine Revue „Atlantic Affairs“, bei Maffay die „Tabaluga“-Kindermusicals und das Projekt „Begegnungen“. Und beide warten 2008 wieder mit echten Rockalben auf.

Mutig finde ich die Tatsache, dass das Album mit einer Ballade startet. „Schnee der auf Rosen fällt“ ist ein sehr poetischer Song, von akustischer Gitarre begleitet. Was sich wie ein Romantitel von Rosamunde Pilcher anhört, besteht doch den Schmalztest und driftet nicht in Kitschgefilde ab. „Der Mensch auf den du wartest“ ist ein typischer, druckvoller Maffay-Song und „Es gibt zu Glück noch die Liebe“ erinnert (back to the roots) gar an „Revanche“-Zeiten. „In dir ist immer noch ein Licht“ wartet mit einem lebensbejahenden Text auf, der mit sanfter Stimme gesungen und durch die Backing Vocals von Tryna Loules bereichert wird. Der Text stammt hier übrigens von Lukas Hilbert, der als einstiger Schützling Udo Lindenbergs später vor allem in der Popstars-Jury für Furore sorgte und auch schon Songs für Basta und Die Prinzen schrieb. Von ihm stammen zudem das melancholische „Wie im Himmel“ und der romantische Titelsong, den Maffay als „eines der schönsten Liebeslieder, die ich je gesungen habe“ bezeichnet.

„Auf de Scherben unserer Welt“ zeigt Maffay mit typisch zeitkritischem Text, der fast schon als eine Art „Eiszeit“ – Part 2 – durchgehen würde. „Meine Welt“ ist ein Hinweis auf das kulturumspannende „Begegnungen“-Projekt. Später folgt das rockige „Leb dein Leben“ mit groovender Basslinie. Mein Anspieltipp „Meine Musik“ startet als Pianoballade wie ein zartes Liebeslied, entpuppt sich dann jedoch als Hommage an die große Leidenschaft Musik – mit einem Text von Autorin Beatrice Reszat.

Der Altrocker, um nicht zu sagen alternde Rocker, zeigt erneut, dass er sein Handwerk noch nicht verlernt hat und legt ein Album vor, das an die Zeit der großen Erfolge anknüpft. Damit tut er sich eher einen Gefallen, als mit dem „Heute vor dreißig Jahren“-Experiment, das letztlich nur Bekanntes ein wenig aufwärmte. Mit „Ewig“ könnte ihm der gleiche große Erfolg beschieden sein, wie Lindenberg mit „Stark wie zwei“. Es wäre ihm zu gönnen.

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