Helios / Boaphenia (Remaster mit Bonustracks)

Es waren das Album "Hair" und die Single "Container Love", die Ernst Ulrich Figgen alias Phillip Boa und seiner Band 1989 zu nationaler und internationaler Anerkennung gereichten. Das fünfte Album im fünften Jahr nach Bandgründung führte den Indie-Pop-Rock aus Dortmund auf eine Erfolgsspur, die Lobeshymnen in britischen, amerikanischen und japanischen Medien zur Folge hatte. Es gab eine Zeit Ende der 80er / Anfang der 90er, da Phillip Boa and the Voodooclub zwangsläufig in einem Atemzug mit New Model Army und The Cure genannt wurden.
Wer in die alten Alben hört, wird staunen, wie viele Boa-Songs er eigentlich schon längst kennt, ohne sich der Herkunft bewusst zu sein. Sein Verschwinden aus dem öffentlichen Bewusstsein mag damit verbunden sein, dass er seit Ende der 90er Jahre konsequent alle Massenmedien boykottiert und sich jeglicher Promo-Arbeit verweigert. Es wird also Zeit für eine kleine Wiederentdeckungstour – vereinfacht durch die Neuveröffentlichung der Werke "Helios" (1991) und "Boaphenia" (1993).
"Helios" baut ganz auf die großartige Hymne "And Then She Kissed Her" – in Sachen Beliebtheit der Übersingle "Container Love" dicht auf den Fersen. Der Rest des Albums bietet viel Atmosphäre mit psychedelischen Einsprengseln, starker Gitarrenarbeit und ordentlichen Arrangements, die Popmusik und die Verschrobenheit des Künstlers in Einklang zu bringen versuchen.
Der Nachfolger "Boaphenia" ist das erste Werk nach dem Umzug auf die Insel Malta und der Trennung vom bisherigen Voodooclub. Er kommt poppiger und eingängiger daher und trägt zweifelsohne die Handschrift des Bowie-Produzenten Tony Visconti. "Love On Sale" beispielsweise ist die bislang erfolgreichste Boa-Single. Verspielt und federleicht. Und auch "Johnny The Liar" sowie "Hyperactive Cracker" sind aus dem kultigen Repertoire der Band nicht mehr weg zu denken.
Neben den sorgfältig remasterten originalen Albumtracks enthalten die Wiederveröffentlichungen B-Seiten und Bonustracks sowie unveröffentlichte Songs, welche als Demos in den Archiven gefunden, ergänzt und im Stil der beiden Alben in den Temple Studios Malta neu abgemischt wurden. Das bisher unveröffentlichte "The Moonlight With Me", ein neuer Mix von "And Then She Kissed Her", Bonustracks wie "Death In Venice" und "Scandal" – da dürften auch Fans ihre Freude dran haben, die alle Boa-Alben ihr eigen nennen.
Und der Clou: Phillip Boa and the Voodooclub spielen ihre Meisterwerke 2011 auch wieder live! Jeweils die ersten 11 Songs der beiden Alben "Helios" und "Boaphenia" werden in ausgewählten deutschen Städten live präsentiert:
10.03.11 - KOBLENZ, Cafe Hahn
11.03.11 - SIEGEN, Vortex Music Club
12.03.11 - DESSAU, Kurt Weill Fest
31.03.11 - BRAUNSCHWEIG, Meier Music Hall
01.04.11 - BOCHUM, Zeche
02.04.11 - BIELEFELD, Forum
07.04.11 - LÜBECK, Werkhof
08.04.11 - BERLIN, Postbahnhof
09.04.11 - DRESDEN, Alter Schlachthof
14.04.11 - FRANKFURT, Batschkapp
15.04.11 - KARLSRUHE, Substage
16.04.11 - KÖLN, Gebäude 9