Project Creation

Dawn On Pyther

Veröffentlicht: 08.02.2008 / ProgRock / SPV

Von: Andreas Weist

Project Creation

Nach dem vielbeachteten Debut „The Floating World“ der portugiesischen Progger um Hugo Flores liegt nun mit „Dawn On Pyther“ der zweite Teil eines auf vier Alben angelegten Mammut-Epos vor. Nun ja, die Prog-Gemeinde ist solche hochtrabenden Pläne ja von diversen Newcomer-Veröffentlichungen gewohnt und lässt sich dadurch nicht aus der Ruhe bringen. Doch ehrlich gesagt macht es die epische Anlage dem Hörer nicht gerade leichter, der Story zu folgen. Von Auswüchsen wie bei Coheed and Cambria ganz zu schweigen, die schon von vorneherein ein Studium der kompletten lyrischen Bandhistorie voraussetzen.

Im Mittelpunkt des Projekts steht also Flores, der neben allen Gitarrenparts auch für Synthesizer und Percussion seinen Mann steht und selbst illustre Sitar-Klänge mit einbringt. Unterstützt wird er an den Vocals durch die hübsche Zara Quiroga, durch Alda Reis und Linx (von den Marillion-lastigen „Forgotten Suns“). An den Drums darf sich Davis Raborn versuchen, während Vasco Patricio zusätzliche Gitarrenparts einspielt und Paulo Chagas das Werk um Saxophon und Flöte bereichert. Alles in allem illustre Gastmusiker aus dem portugiesischen Raum.

Ein (wirklich ganz kurzer) Abriss zur Story: Die Zivilisation eines sterbenden Planeten hat sich mit der „Floating World“ auf eine neue Welt mit zwei Sonnen gerettet, die von einer großen Pyramide beherrscht wird. Hier leben sie nun zusammen: Menschen, Libellen, eine neugeborene Rasse und sogenannte fliegende Gedanken. Aha. Die Libellen verfügen über ihren eigenen Garten – nur eine mechanische Variante dieses Volkes möchte mehr sehen und sich ins Universum aufmachen. Die Pyramide schickt der mechanischen Libelle Träume von einem blauen Planeten mit einem riesigen Ozean. Fortsetzung folgt.

Ich störe mich bei Konzeptalben schon lange nicht mehr an den gezimmerten Stories. Das Musikalische ist wichtig. Und da erwarten uns Elemente aus Rock, Gothic, Metal und Elektromusik. Immer wieder im Mittelpunkt finden sich folkloristische Anleihen, die an Mittelalter-Rock im Stil von Blackmore’s Night erinnern. Dann wird es wieder spacig verspielter und Ayreon lässt grüßen.

Die instrumentalen Parts sind recht virtuos arrangiert – und die Protagonisten, die verschiedene Figuren der Story stimmlich darstellen, tragen ihr Bestes zum Gesamtklang bei. Eine vielseitige Mischung, die knapp 80 Minuten wie im Flug vorbeirauschen lässt. Das alles verpackt in ein hübsches Artwork. Ein Genuss für proggige Feingeister.

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