Veil Of Ignorance

Sie sind zurück! Drei Jahre nach ihrem letzten Album "Sound Of The Republic" melden sich Raised Fist mit ihrem neuen Werk "Veil Of Ignorance" zurück und hauen damit ordentlich auf die Schnauze! Aber man ist ja nichts anderes gewohnt von den fünf Schweden. Seit ihrem Erstling "You’re Not Like Me" festigten sich Raised Fist ihren Status im Hardcore Genre und präsentieren nun, 15 Jahre später, ein authentisches, in sich stimmiges Album, das vor Wut nur so überschäumt.
Zum Jubiläum erfindet sich die Band nicht komplett neu, sondern konzentriert sich auf das was sie Können. Old-School-Harcore gemischt mit ein wenig Metal und zornigen Vocals. Schon der Opener „Friends And Traitors“ prescht mit viel Energie heran und bleibt trotz der Härte ziemlich melodiös und erinnert an Dedication-Zeiten. Die Spannungskurve des Stückes ist perfekt mit einem knalligen Start, einem abflachenden Zwischenpart und einem krachenden Finale. Schon solch ein guter Song zu Beginn, das lässt auf viel Gutes hoffen. Und dies ist auch der Fall. Kompromisslos feuert Alle Hagman bei „They Can’t Keep Us Down“ dem Hörer seine prägnanten Vocals. Alles wie gehabt, doch trotzdem nicht langweilig und „schon tausend mal gehört“. Raised Fist sind bedacht darauf ihrem Stil treu zu bleiben und sich doch minimal Stück für Stück weiter zu entwickeln. In den Feinheiten liegt des Rätsels Lösung. Somit sind neben an alte Zeiten erinnernde Songs wie die beiden eben genannten auch mal ruhigere wie das folgende „Wounds“, bei dem Alle’s seine Shoutings etwas herunter fährt und fast schon clean singt. Ein gelungenes Stück, das für Fans der harten Songs vielleicht langweilig erscheinen könnte, meiner Meinung nach jedoch eine willkommene Abwechslung darstellt. Wem es tatsächlich zu sachte sein sollte, der bekommt mit „Afraid“ dann gleich die doppelte Portion auf die Mütze. In halsbrecherischer Geschwindigkeit preschen Drums und Gitarren heran, bei denen Alle’s Vocals wie Peitschenhiebe herausgeschleudert werden. Neben weiteren Hardcore Highlights wie „Disbelief“ oder „Never Negotiate“ und mehreren üblichen Stücken lassen Raised Fist dem Hörer bei einem weiteren „ruhigeren“ Song „My Last Day“ etwas Gelegenheit durchzuatmen.
Insgesamt bietet „Veil Of Ignorance“ auf knapp über 40 Minuten durchstrukturierte, stimmige Stücke mit einigen Highlights, als auch ein paar Schwächen. Trotzdem gut hörbar vom ersten bis zum letzten Song. Die Grätsche zwischen professionellem Aufbau, Dramatik und der unbändigen Raised Fist Energie klappt nicht hundertprozentig, doch immerhin zu 85%.