Reamonn

Eleven

Veröffentlicht: 27.08.2010 / Island / Universal Music

Von: Andreas Weist

Reamonn

Schnapszahl – Reamonn feiern elf Jahre Bandgeschichte. Recht haben sie, denn Alben mit dem Titel "Ten" gibt es doch schon zu Genüge. Allerdings muss ich gestehen, dass ich mich im ersten klitzekleinen Moment tatsächlich fragte, ob Reamonn schon ihr elftes Studioalbum vorlegen. So lange verfolgt einen die Band um das irische Multitalent Rea Garvey bereits. Immerhin fanden bisher alle Alben ihren Weg in die deutschen Top 10. Das hört sich doch nach Erfolgsgeschichte an.

Die aktuellen Live-Veröffentlichungen von Reamonn waren allerdings etwas einfallslos. Schließlich tut die Band damit nichts anderes, als das jeweilige Studioalbum komplett runter zu spielen – und das dann unter dem Albumtitel mit Zusatz "live" zu veröffentlichen. Hintergrund ist vermutlich ein Wechsel der Plattenfirma im Februar 2006. Ob nun rechtliche oder finanzielle Gründe eine Rolle beim Ausbleiben alter Hits spielen, entzieht sich meiner Kenntnis. Zumindest kann ich mir nicht vorstellen, dass der Ire bei seinen aktuellen Liveterminen auf Smash-Klassiker wie "Supergirl" und "Josephine" verzichtet.

So kommt ein Best-Of-Album gerade recht, das auch diese Klassiker enthält. In umgekehrter chronologischer Reihenfolge ist alles Relevante dabei: "Supergirl" und "Josephine", die Smash-Hits aus dem Jahr 2000, beschließen die Zusammenstellung und machen nochmal deutlich, dass ein Höhepunkt schon ganz am Anfang der Karriere stand. Die Kollabo mit Xavier Naidoo "Jeanny" ist leider nicht vertreten, dafür aber "Weep" vom zweiten Album. Aus der aktuelleren Bandgeschichte finden sich "Tonight", "Serpentine" und der letzte große Erfolg "Through The Eyes Of A Child".

Was Fans nun besonders interessieren dürfte, sind die drei neuen Tracks. "Yesterday", "Colder" und "Let The Morning Sleep". Nummer 1 rockig und vorwärts treibend, Nummer 2 melancholisch mit eindringlichen, tiefen Vocals und Nummer 3 eine feine Ballade mit viel Piano. Reamonn ziehen in diesen drei Songs nochmal die Register ihres Könnens und zeigen ihre Bandbreite. Mainstream-Pop zwar, aber mit hohem Ohrwurmfaktor. "Yesterday" fährt dieser Tage einiges an Airplay ein.

Vielleicht bringt die Compilation nun das lang ersehnte Nummer-1-Album in Deutschland? Die Vorzeichen stehen gut, wenn auch die Konkurrenz im Spätsommer groß ist. Eine Limited Deluxe Edition bringt gleich drei Silberlinge mit. Im Vergleich zum Standard finden sich dort mit "Open Skies", "Angels Fly" und "Swim" nur drei Tracks mehr. Dazu gibt es aber eine DVD mit allerlei Musikclips und einem umfangreichen Livekonzert.

In der "WELT kompakt" verkündete Rea übrigens vorgestern, dass Ende des Jahres Schluss mit Reamonn sein wird. Wörtlich: "Ende des Jahres ziehen wir dann den Stecker raus, und dann war's das mit Reamonn, und etwas Neues kann beginnen." Schade drum. Die letzten Livetermine sollte man sich also nicht entgehen lassen.

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