Loveland

Vor knapp einem Jahr, im Dezember 2007, ging Rich Hopkins zusammen mit den altehrwürdigen Sand Rubies auf Deutschlandtour. Ich hatte das Glück in Frankfurt dabei zu sein und bereits im von Reverend Schulzz bestrittenen Vorprogramm nahm Hopkins zusammen mit einer netten Dame vor uns Platz und lauschte seinem Kumpel Schulzz. Was das mit dieser Rezension zu tun hat? Die Frau, die sich im Schlepptau des sichtlich verliebten Rockers befand, war seine neue Herzdame Lisa Novak. Man sah, dass die Liebe damals wohl noch relativ frisch war. Jetzt, fast ein Jahr später, liegt die erste gemeinsame Platte vor. Der bezeichnende Titel: “Loveland“.
Die 13 enthaltenen Stücke entstanden u.a. in Nathan Sabatinos Loveland Studio. Dadurch wird offensichtlich, woher der Albumtitel kommt. Allerdings trug die sich zwischen Hopkins und Novak anbahnende Romanze sicherlich noch so einiges mehr zur endgültigen Entscheidung bei. Auf “Loveland“ teilen sich die beiden Songwriter fast alles, was es auf einer Roots-Rock Platte so zu teilen gibt. Vocals, Gitarren, Songwriting. Man ergänzte sich, wo es nur ging und wie Rich Hopkins im Booklet andeutet, beide erweiterten ihren etwas eingefahrenen Horizont, was das Schreiben von Songs und deren Aufnahme angeht. Kompromisse gehen einem viel leichter von der Hand – und sie fühlen sich wohl auch gar nicht als solche an –, wenn deine Liebste, oder dein Liebster, anfängt, zu argumentieren. Und damit einen die ganze Harmonie nicht erschlägt, schauen Hopkins‘ Gitarrenbretter glücklicherweise doch ab und an um die Loveland-Ecke.
Fast zahm wirkt Rich Hopkins manchmal neben seiner Lebensabschnittsgefährtin Lisa Novak. Dreckigen Roots-Rock der Marke Sand Rubies sucht man auf “Loveland“ zwar nicht vergeblich, aber es ist deutlich spürbar, dass eine weibliche Hand ab und zu – bzw. zu mindestens 50% – die musikalische Ausrichtung entscheidend mitgeprägt hat. Einigermaßen poppig wird es stellenweise und neben den offensichtlichen lyrischen Referenzen zum Liebesglück der beiden Protagonisten, gesellt sich eine Affinität zu eingängigen Arrangements und wohligen Melodien. “Loveland“ beschreibt die vorliegenden 13 Tracks wirklich vorzüglich, auf Wolke 7 können – und müssen – eigentlich nur gerade solche Songs entstehen. Ein Album für (frisch) Verliebte und die, die es werden wollen.