Yellow Lounge compiled by Rufus Wainwright

Für Wainwright muss das CD Projekt „Yellow Lounge“ so etwas wie die Erfüllung eines Traumes gewesen sein. Schon seit geraumer Zeit interessiert sich Wainwright für klassische Musik und nicht zuletzt sein Album „Release the stars“ zeigt deutliche Einflüsse von Oper und Musical. Nun durfte sich der Poet entspannen und in Ruhe die Stücke auswählen, die er am liebsten selber hört. Neben zwei Songs aus eigener Hand („Hometown Waltz“ und „Cigarettes and Chocolate Milk“) sind die Klassiker der Klassik vertreten. Über Tschaikowsky, Verdi und Schubert gelangt der Hörer zu etwas unbekannten Künstlern wie Puccini und Schnittke.
Die Idee, die hinter „Yellow Lounge“ steckt ist einfach wie genial. Junge Menschen kamen mit klassischer Musik allenfalls im schulischen Musikunterricht in Berührung. Da sich dieser jedoch meistens nur auf die alten, stets bekannten Stücke stützt, verkommt die Klassik eher zu altmodischer Musik, denn zu einem aufregenden neu zu entdeckenden Thema. Es musste also irgendetwas getan werden, um den Geist der Klassik wieder zu beleben. Dabei wurde ganz besonders darauf verzichtet, die Stücke im spießigen Opernsaal aufzuführen. Nun werden sie in einem klassischen DJ-Set in der entspannten und gemütlichen Atmosphäre von Bars oder Lounge gespielt. Bei Bier und Chips, anstatt bei Champagner und kleinen Lachshäppchen. Zu Beginn des Projektes waren viele Clubinhaber jedoch skeptisch und fürchteten erhebliche Einnahmeeinbuße. Nach einigen begeisterten Abenden entwickelte sich der „Yellow Lounge“ Abend zu einem Selbstläufer und ist nun fester Bestandteil des Berliner Nachtlebens. Jeden ersten Montag im Monat findet ein solcher „Yellow Lounge“ Abend in den unterschiedlichsten und schönsten Clubs in Berlin statt.
Das von Wainright präsentierte dritte „Yellow Lounge“ ist somit für jeden etwas, der in die Atmosphäre des Projektes eintauchen möchte.
Eine direkte Bewertung kann man deshalb nicht abgeben. Für die Idee und das Projekt an sich gibt es jedoch 7 von 9 Sterne.