Sade

Soldier Of Love

Veröffentlicht: 05.02.2010 / Sony Music

Von: Andreas Weist

Sade

Fast zehn Jahre mussten die Fans auf das neue Album der britischen Band um Sade Adu warten. Eine lange Zeit, die man aber gern in Kauf nimmt, wenn das Ergebnis die Pause rechtfertigt. "Soldier Of Love" ist erst das sechste Studioalbum in einer Karriere, die seit 1983 Bestand hat. Oft wird die Person der 51jährigen Sängerin mit dem Bandnamen gleichgesetzt, doch es handelt sich keineswegs um eine Solokünstlerin, sondern um eine gewachsene Band, die seit 1984 in der jetzigen Besetzung Musik macht.

Bereits das Debütalbum verkaufte sich über sechs Millionen mal und Songs wie "Your Love Is King", "Smooth Operator" und "No Ordinary Love" sind bis heute unvergessen. Als Grund für die Wartezeit gibt die Sängerin den Wunsch nach Authentizität an: "Ich mache nur dann eine Platte, wenn ich denke, dass ich etwas zu sagen habe."

Songs wie die genannten Singlehits sucht man zwar vergebens, doch Sade klingen immer noch nach Sade. Vielleicht mit etwas weniger 80er-Jahre-Flair und einigen Anleihen am Sound der Gegenwart. Die Arbeit fand in Peter Gabriels "Real World Studios" statt, die seit langem als experimentelle Arbeitsstätte begabter Musiker gelten. Recht mutig erklingt dann auch der Titeltrack, der gleichzeitig als erste Single ausgekoppelt wurde. Die unvergleichliche Stimme wird etwas trotzig mit elektronischen Elementen und einem stampfenden Streicherstakkato versehen. Soulig und atmosphärisch – wie nicht anders zu erwarten – aber auch leicht langweilig, mit entspannter Lounge-Attitüde. Es war wohl abzusehen, dass wir ein ruhiges, melancholisches Werk zu hören bekommen. Keine Ausflüge in Richtung Dancefloor oder einfach zu konsumierendem Pop.

"Bring Me Home" ist ein sehr berührender, trauriger Song, der von Beginn an mitreißt und Gänsehaut verursacht. Dazu gibt es ein mehrstimmiges Vokalarrangement, das leider an vielen Stellen  von computerisierten Beats überlagert wird. "In Another Time" ertönt sehr verträumt mit filigran umspielender Pianomelodie. Soul – im wahrsten Sinn des Wortes. "The Safest Place" klingt mit akustischer Ausrichtung noch am ehesten nach den Sade der 80er Jahre. Als würde man sanft an der Hand genommen und mit in eine andere Welt genommen.

Alles in allem sind es mir am Ende doch zu viele Songs harmonischen Wohlklangs. Es wird wenig Abwechslung geboten. Selbst der Reggae-Rhythmus von "Babyfather" fügt sich unspektakulär ins große Ganze ein. Nun haben homogene Alben durchaus ihren Reiz, doch man wandelt stets am Grat aufkommender Langeweile. Fazit: Ein Album zum chillen und genießen. Wer in der richtigen Stimmung ist, wird ohne Zweifel seine Freude dran haben.

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