Saxon

Into The Labyrinth

Veröffentlicht: 09.01.2009 / Steamhammer/SPV

Von: Ingrid Silvasi

Saxon

Nicht mal zwei Jahre nach ihrem letzten Album "The Inner Sanctum" veröffentlichen die Altrocker Saxon mit "Into The Labyrinth" eine neue Scheibe und setzen neue Saxon-Maßstäbe. Mehrmals muss ich beim ersten Song "Battalions Of Steel" hinhören, ob es sich beim besagten Song wirklich um ein Saxon-Werk handelt. Sehr bombastisch und "Nightwish"-mäßig stampft der Frauen-Chorus von 'aha'-Gesängen daher, sehr episch ist der Song gelungen. Schade, dass sich dieses Feuerwerk in den Ohren nicht durch das ganze Album zieht, sondern nur noch ansatzweise in "Valley Of the Kings" wiederfindet.

Die erste Single-Auskopplung "Live To Rock" ist eine typische Saxon-Hymne, die die Liebe zur Rock-Musik besingt und sich lückenlos an Vorgänger wie "I’ve Got To Rock To Stay Alive" anreiht. Mindestens ein Song jedes Albums ist diesem Thema gewidmet und wird sich auf den kommenden Alben ebenfalls wiederfinden. Mal sehen, wann dieser Trend langweilig wird...

Mit "Demon Sweeney Todd" krachen und schreddern endlich die Gitarren in einem Höllentempo durch den Song, unterstützt von Double-Bass Attacken des Drummers Nigel. Der Midtempo-Song "Slow Lane Blues" stört die angenehme Härte des Albums mit einer hier unpassenden Seichtheit. Da hören sich "Crime Of Passion" und "Protect Yourselves" passend dreckig dahergerotzt an und die dunklen Gitarren-Riffs passen sich an Biffs raue Stimme an.

Nochmals ruhig wird es mit "Voice", wobei mir hier positiv nur das melodische Gitarren-Solo auffällt. Ob nun Biff den vor ein paar Jahren passierten Hausbrand in diesem Song verarbeitet oder nicht – der Text ist recht einfach gestrickt und der Song kein Kracher. Saxon mag ich halt eher härter und werde mit "Hellcat" zufriedengestellt.

Angenehmes dejà-vu und bereits bekannt ist der letzte Song "Coming Home" – vor acht Jahren war dieser Song bereits auf der Scheibe "Killing Ground" zu hören. Auf "Into The Labyrinth" wurde dieser Song mit einem "Bottleneck" – Slide-Zubehör für Gitarren – aufgemotzt und kommt im Country-Style daher. Biffs Stimme ist rauer, ein Tick höher als auf dem Original und die Aufarbeitung des Songs ist ein nettes Gimmick als letzter Song, wobei auch verzichtbar und als B-Seite auf einer Maxi eher interessant.

„Into The Labyrinth“ kommt für mich nicht ganz an den Vorgänger „Inner Sanctum“ ran, dafür kommt die aktuelle Scheibe leider immer wieder während des kompletten Albums vom eingeschlagenen Kurs ab und verfällt in altbekannte Rhythmen. Schade eigentlich, denn beide Alben wurden von Charlie Bauerfeind produziert und "Into The Labyrinth" ist nicht ganz so zielstrebig wie die vorige Produktion. Hier und da fehlt die Spritzigkeit der Songs und der rote Faden, der durch die Scheibe führt. Richtig Spaß dagegen machen die Rockkracher mit treibender Gitarre und Schlagzeugdonner und davon hat das Album zum Glück Einige! Für LP-Liebhaber gut zu wissen: das Album gibt es auch auf Vinyl zu kaufen.

Ich bin sehr gespannt, welche Songs von „Into The Labyrinth“ es zur Live-Darbietung schaffen werden - Saxon touren im Februar als Co-Headliner mit Iced Earth durch unsere Landen.

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