Gish / Siamese Dream (2 CD / DVD, Deluxe Edition)

Am 2.12.2011 fiel pünktlich zur momentan laufenden Tour mit "Gish" und "Siamese Dream" der Startschuss für die Wiederveröffentlichungskampagne des Samshing Pumpkins Back-Katalogs von 1991-2000. Für 2012 sind dann Veröffentlichungen der Compilation "Pisces Iscariot", von "Mellon Collie & the Infinite Sadness", der Single-Box „The Aeroplane Flies High" und von "Adore" geplant.
"Gish" erschien 1991 als erstes Album der Alternative Rocker. Starke psychedelische Einflüsse rückten es ganz in die Nähe des Progressive Rock. Da gab es viel zu entdecken: Emotionalität und Härte, ein zerbrechliches Soundgerüst und Billy Corgans markante Vocals. Es war noch lange nicht das Meisterwerk der Band, doch es enthielt wegweisende Tracks wie "I Am One", "Siva" und "Rhinoceros", welche die moderne Rock-Generation der 90er beeinflussen sollten. Ein melancholischer Einstieg, der Großes erwarten ließ.
Erste unsterbliche Glanztat war dann zwei Jahre später auch das Album "Siamese Dream". Produziert wurde es wieder von Butch Vig, der zwischenzeitlich auch für Nirvanas "Nevermind" verantwortlich zeichnete. Corgan sah sich in einem Konkurrenzdruck, der ihm einen Nervenzusammenbruch bescherte. Inspirierend: Herausgekommen ist nämlich ein berauschendes Album, mit dem sich der Frontmann seinen ganzen Frust von der Seele schrieb und sang. Klassiker wie "Cherub Rock", "Today" und "Disarm" sind das Ergebnis. Ein zum Teil hymnisches, zum Teil Gänsehaut erzeugendes Gesamtkunstwerk, das in keiner guten Rocksammlung fehlen darf.
Die Reissues, die uns nun erwarten, lassen keine Wünsche offen. Wo soll ich anfangen? Beim einzig Negativen? Okay: Die edel aufgemachten Papp-Boxen sind nur mit Mühe und etwas Frickelei zu öffnen. Ein Einschnitt rechts und links für Daumen und Zeigefinger hätte dem abhelfen können. So wird die vorfreudige Ungeduld noch ein wenig gesteigert.
Jede Box enthält das ursprüngliche Album, eine Bonus-CD mit unveröffentlichten Songs (Demos und Mixes), eine im Metro Club Chicago mitgeschnittene DVD mit Vorrede des Club-Inhabers Joe Shanahan, ein dickes Booklet und eine Serie von Foto-Miniaturen. Für die Liner Notes wurden Billy Corgan und der Musikjournalist David Wild tätig. Daraus ergibt sich eine historische, aber auch eine sehr persönliche Einordnung der Alben und Songs. Die Zusammenstellung der Bonus-Tracks ist eher etwas für beinharte Fans, doch die DVD-Mitschnitte (einmal vom 25. August 1990, einmal vom 14. August 1993) liefern ein wundervolles Bild der Band in ihren Anfangstagen. Womit – frage ich mich – kann man Fans noch glücklicher machen?