Snoop Dogg

Ego Trippin’

Veröffentlicht: 07.03.2008 / Geffen Records / Universal Music

Von: Sascha Knapek

Snoop Dogg

Rap-Tausendsassa, Familienvater, Unternehmer, Entertainer, kurz: Snoop Dogg. Mittlerweile mit einer eigenen TV-Reality-Show ausgestattet (“Snoop Dogg’s Father Hood“), verschlug es den Mann aus Long Beach im letzten Jahr für die Aufnahmen seines nunmehr neunten Albums ins Studio. Scheinbar vorbei sind die Zeiten der nervigen East-Coast, West-Coast Battles und die Musik steht wieder im Vordergrund. Aus diesem Anlass versammelte Snoop in den letzten Monaten einige wenige Gastkünstler (z.B. Too $hort und Charlie Wilson) und arbeitete an einer Platte die gänzlich auf ihn und sein Verständnis von Rap zugeschnitten sein sollte. “Ego Trippin“ heißt das Ergebnis, auf 21 Tracks gibt es ungefilterte Snoop Dogg-Rhymes, subtile Beats und jede Menge Originelles zu entdecken.

Erfreulich unaufgeregt geht es auf der gesamten “Ego Trippin’“-Länge zu. Ein wenig Rumgeprotze hier und da (z.B. “Staxxx In My Jeans“) darf zwar nicht fehlen, peinliches Bling-Bling-Gehabe sucht man aber weitestgehend vergeblich. Intelligente Samples (u.a. von den Isley Brothers) und souveräne Raps des Hauptdarstellers dominieren das komplette Album. Federführend produziert von DJ Quick (u.a. 2Pac und Jay-Z), Teddy Riley (u.a. Wreckx-N-Effect und Aretha Franklin) und Snoop Doog versammelt der 36-jährige Spaßrap (“Sexual Eruption“), introspektive und nachdenkliche Nummern (“Can’t Say Goodbye“ oder das überraschend testosteronfreie “Why Did You Leave Me“) und diverse andere Facetten des kalifornischen Tausendsassas. Die absoluten Highlights der gesamten Platte sind der 80ies-Kracher ”Cool” und das Johnny Cash (laut Snoop: a real American Gangsta)-Tribut “My Medicine“. Begleitet von Kontrabass, Schlagzeug und Gitarre (gespielt von Whitey Ford aka Everlast) entand ein origineller und stimmiger Country-Rap, der Appetit auf mehr solcher handgemachten Snoop Dogg-Nummern macht.

Snoop’s Ego-Trip hält was das Konzept verspricht. Eine Besinnung auf seine Wurzeln, solide Hip-Hop Kost die nicht mit unnötigen Gimmicks vom Wesentlichen ablenkt. Der Kalifornier präsentiert dem Hörer seine Vision wie (Gangsta-)Rap anno 2008 aussehen sollte. “Ego Trippin’“ ist um einiges angenehmer und unterhaltsamer als das was man aus diesem Genre mittlerweile sonst so zu hören bekommt. Gangstas don’t die, they just move to Miami rappt Snoop in “Been Around Tha World“. Ein kleiner Gangsta wird der lange Schlacks zwar immer bleiben, das geregelte Familienleben im Vorort scheint jedoch seinen Teil dazu beigetragen zu haben, dass man das neue Snoop Dogg Album ohne Bedenken, Längen und überdrehtes Gepose von vorne bis hinten durchhören kann. Wie erklang es vor über zehn Jahre so schön aus Frankfurt: Fette Beats und fette Rhymes!  

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