Sorgente

Let Me In

Veröffentlicht: 08.08.2008 / Sorgente Music / Groove Attack

Von: Wolrad Wolff

Sorgente

Nach ihrem Album “FirstÂ… And Then?!“ und jeder Menge Zeit auf Tournee präsentieren Sorgente nun ”Let Me In”, ihr neues Studiowerk. Obwohl der Entstehungsprozess von einigen Widrigkeiten begleitet war, gelang es den sechs Münchener Musikern, ein äußerst abwechslungsreiches und vielschichtiges Album voller Überraschungen fertig zu stellen.

Elf Songs befinden sich auf der CD, und beim ersten Hören wird sofort klar, dass Sorgente zuhause wohl einen gut gefüllten Plattenschrank besitzen. Die Jungs haben ihre Hausaufgaben gemacht. Ihr Stil, den sie selbst als psychedelischen Groove-Rock-Disco-Pop bezeichnen, vereint ganz offensichtlich Einflüsse aus den letzten 40 Jahren Musikgeschichte. Da treffen fette Gitarren auf funky Grooves, oder man macht einen kurzen Ausflug in den Synthie-Pop der 80er Jahre, nur um beim Folgetitel die Disco-Beats der späten 70er auszupacken.

Zwischen den Notenzeilen spürt man die Inspiration, die für Sorgentes neustes Werk Musiker wie Lenny Kravitz und Prince oder Bands wie die Chili Peppers oder die aus Frankreich stammenden F.F.F. gewesen sein müssen.

In gewisser Weise könnte man denken, dass Sorgente diesseits des großen Teiches das Äquivalent zu Maroon 5 sind. Auch Maroon 5 kreieren ihren ganz eigenen Sound, indem sie teilweise sehr unterschiedliche Musikstile zusammenfließen lassen. Vergleicht man jedoch ”Let Me In” mit ”It Won’t Be Soon Before Long“, der letzten Studioproduktion von Maroon 5, so stellt man fest, dass Sorgente in punkto Sound und Produktion ihren amerikanischen Kollegen bei weitem nicht das Wasser reichen können. Hier liegt eindeutig das Manko von ”Let Me In”. Der Grund dafür mag in der Tatsache liegen, dass sich die Band während der Aufnahmen wegen künstlerischer Differenzen von ihrem Produzententeam getrennt hat.

Fazit: Zu einer Zeit, in der jeder nach drei mühsam erlernten Akkorden eine Band gründet, um mit dieser dann einem breiten Publikum unmotiviertes Geschraddel mit verstimmten Gitarren als innovative Musik zu verkaufen, kommt eine Band wie Sorgente, die entgegen dem Trend ihre Instrumente beherrschen, sehr erfrischend daher. Auch wenn die Produktion des neuen Albums vielleicht etwas unglücklich verlaufen ist, wird man von dieser Band noch viel hören. Ein Konzert von Sorgente live zu erleben dürfte ein absoluter Knaller sein.

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