Superbutt

You And Your Revolution

Veröffentlicht: 06.11.2009 / Edge Records / Tiefdruck-Musik

Von: Thomas Kröll

Superbutt

Im allgemeinen ist Ungarn eher für sein exzellentes Gulasch als für innovative Rockmusik bekannt. Superbutt schicken sich nun an, diesen weißen Fleck auf der musikalischen Landkarte gründlich zu eliminieren. In ihrer Heimat haben András Vörös (Vocals), Bassist Salim Mahboubi, die beiden Gitarristen Szabolcs Szücs und Zsolt Szentpéteri sowie Drummer Péter Szücs in der Vergangenheit bereits Starstatus erreicht. Inzwischen wurde das Line-Up übrigens leicht geändert: Für Mahboubi zupft jetzt Zoltan Prepelicza den Bass und die Gitarren bearbeiten neuerdings Tamás Práznek und Attila Kovacs. Im Dezember des vergangenen Jahres wurde ihr neues und viertes Studioalbum "You And Your Revolution" in der ausverkauften Budapester Petöfi Hall vor 6.000 Fans vorgestellt und erscheint jetzt auch im restlichen Europa. Hier konnte das Quintett immerhin schon als Support für Bands wie In Flames, Soulfly, Pro-Pain oder Clawfinger auf sich aufmerksam machen. Besonders bei letzteren muss dies einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen haben, übernahmen Jocke Skog und Zak Tell von Clawfinger doch auch gleich die Produktion von "You And Your Revolution".

Tell hat es sich darüberhinaus nicht nehmen lassen, András Vörös im Opener "Last Call" als zweiter Vokalist zu unterstützen. Der Song gibt die Richtung vor: Feiner, etwas düsterer Metal, zu dem sich Vörös die Seele aus dem Leib brüllt. Dies macht er im weiteren Verlauf des Albums noch häufiger, was zunächst etwas nervig wirkt. Hat man sich aber erstmal an diese Art "Gesang" gewöhnt, weiß man die Vorzüge seiner Stimme durchaus zu schätzen. Letztlich passt sie zur Musik wie die sprichwörtliche Faust aufs Auge. Denn Superbutt zeigen sich auf "You And Your Revolution" von einer musikalisch abwechslungsreichen und durchaus genreuntypisch originellen Seite. Die zehn Songs werden dem Hörer nicht nach dem Holzhammerprinzip ("Immer feste auf die 12"), sondern mit jeder Menge Stil dargeboten. Bestes Beispiel: "Lift Her". In "Figure" nehmen sie zwar Anleihen im Trash-Metal, glänzen dazu aber auch immer wieder mit mehrstimmigen Gitarrenläufen, einem treibenden Schlagzeug und dröhnenden Basslines, wie beispielsweise im Titelsong (dessen Sample zu Beginn ein klein wenig an das legendäre "Operation: Mindcrime"-Album von Queensryche erinnert). "With Nails", "Mother`s Day" oder "Blisters" sind Partyknaller der gehobenen Sorte. Nur "Gone Far" klingt im Gegensatz dazu fast schon wie das uninspirierte Gebolze der Marke Manowar. Es bleibt der einzige Schwachpunkt eines überzeugenden Albums.

Metalheads werden mit "You And Your Revolution" jedenfalls bestens bedient. Verschnaufpausen gibt es kaum. Mit ihrem dynamischen und melodiösen Metal sollten Superbutt auch außerhalb Ungarns bald viele neue Freunde finden. Lediglich die Gestaltung von Cover und Booklet erschließt sich mir nicht so ganz, wimmelt es darin doch nur so vor schönen Frauen ohne Kopf. Superbutt selbst präsentieren sich auf "You And Your Revolution" jedoch alles andere als kopflos. 

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