Lighthouse

Susan Cowsills Blue Rose-Debüt "Just Believe It" erschien im Jahr 2004. Seitdem hat sich die Frau aus New Orleans, die in Deutschland vor allem als ehemaliges Mitglied der Continental Drifters bekannt sein dürfte, etwas zurückgezogen, neue Songs geschrieben und den für ihre Heimatstadt verheerenden Wirbelsturm ’Katrina’ verarbeitet. Ihren persönlichen Umgang mit der Katastrophe hört man nun auf ihrem zweiten Studioalbum "Lighthouse".
Wie eh und je fesselt einen zunächst Susan Cowsills einzigartige Stimme an die zwölf vertretenen Songs. Schon zu Zeiten der Continental Drifters waren Songs, bei denen Susan an prominenter Stelle zum Mikro griff für etliche Glanzlichter verantwortlich. Erinnern tut Cowsill dabei nicht selten – und äußerst positiv – an die drei Jahre jüngere, aber weitaus bekanntere, Sheryl Crow.
Mithilfe einiger Freunde (u.a. Jackson Browne, Aaron Stroup, Tad Armstrong, Alex McMurray oder ihre „bessere Hälfte" Russ Broussard) nahm Susan Cowsill "Lighthouse" zum größten Teil in Louisiana auf und verleiht dem im Booklet ausgegeben Motto, „From Katrina to Super Bowl Champs, this is our story", mit ihren – durch das persönliche Schicksal geprägten – Songs die nötige Gedankentiefe. Einfach "Crescent City Sneaux" hören, einer ganzen Stadt bei der physischen und emotionalen Wiederauferstehung zuhören und ihr wisst, was ich meine. Gewaltig!
Susan Cowsill bedient mit "Lighthouse" die eher poetische und feingliedrige Americana-Seite. Der 51-jährigen Singer/Songwriterin gelingt mit ihrem zweiten Album die endgültige Emanzipation von den Continental Drifters und ihrem Kinderstardasein (The Cowsills). Zwölf Songs über kleine und große Katastrophen – u.a. verlor Susan ihren Bruder Barry in den Katrina-Fluten, "River Of Love" stammt aus seiner Feder und ist der emotionale Mittelpunkt dieser äußerst eindringlichen und unverschlossen-nachdenklichen Platte –, die unter die Haut gehen.