Rokstarr

Eigentlich erschien Taio Cruz‘ zweites Album "Rokstarr" bereits im Herbst 2009. Da die Veröffentlichung damals allerdings mehr oder weniger auf das Vereinte Königreich beschränkt war, und Cruz in den letzten Wochen und Monaten immer mehr Airplay auf dem Festland generierte, wurde es Zeit für eine breiter angelegte Wiederveröffentlichung. So kann der 28-jährige Engländer jetzt auch hierzulande mit einer aktuellen Veröffentlichung im Rücken durchstarten.
Was Taio Cruz auf "Rokstarr" fehlt, ist der eigene Sound. Treffsicher mischt er neuzeitlichen R&B, handzahmen Soul und überholte Auto-Tune-Herrlichkeit – das Ergebnis sind elf Songs, die sicherlich für ein paar Wochen die Tanzflächen der hiesigen Großraumdiscos füllen werden, danach jedoch im Nirwana der schnelllebigen Popmusik verschwinden. Daran können sowohl Gastauftritte von Allzweckwaffe Ludacris und PR-Luder Ke$ha, als auch manchmal anklingender Craig-David-Schmalz nichts ändern.
Unterm Strich ist Taio Cruz‘ "Rokstarr" einfach zu glatt, um dem Albumtitel gerecht zu werden. Glitzende Lichter, leichtbekleidete Mädchen, Sonnenbrillen und Boxen, die den elffachen Pop-Hybriden ausspucken. Zum harmlosen Zeitvertreib ganz nett, ohne genügend Originalität geht der oberflächliche Allerweltssound leider schon unter, bevor alle Segel im Wind stehen.
Da kann der gute Taio Cruz noch so viele Hits für Leute wie Cheryl Cole oder JLS – und demnächst Justin Bieber – geschrieben oder produziert haben, beim eigenen Album fehlen ihm die wirklich zündenden Ideen.